Kenia Tagebuch 2011

Kenia 2011 – oder: Schnee und Eis, wer braucht das schon?

28. & 29.12.10
Der frühe Wintereinbruch in Deutschland hat es uns diesmal noch leichter gemacht, uns in Richtung Kenia zu verabschieden – und das auch deutlich eher, als in den Vorjahren. Die noch 2 Tage vor Reisebeginn herrschenden Probleme auf den europäischen Flughäfen haben uns im Vorfeld zwar große Sorgen gemacht, letztendlich sind wir, das sind zunächst Chappi, Holländer Frank, Markus, Jaczek und mal wieder Tagebuchschreiber Olaf, aber ohne Probleme weggekommen und unproblematisch mit Zwischenübernachtung in Nairobi angekommen.
Richtig spannend war der Inlandsflug von Nairobi nach Eldoret. Die Turbopropp-Maschine mit 19 Plätzen wirkte teilweise beengter, als ein alter VW-Käfer, mehr wie ein altes Rohr. Nicht alle eingestiegenen Passagiere sind wirklich abgeflogen. Zwei Damen zogen es vor, doch lieber zu Fuß zu gehen und verließen die Maschine.
Nach der Ankunft am Kerio View gegen 09:30Uhr und gewohnt herzlichem Empfang haut sich nur einer (wer wohl?) in die Luft, der Rest sich nach und nach ins Bett um am Abend einigermaßen frisch die Annehmlichkeiten des Hotels genießen zu können.

30.12.10
Der erste echte Urlaubstag. Nach dem Frühstück auf zum Startplatz und „mal Probieren“. Schnell sind wir in der Luft und aus dem Probieren wird ganz schnell der erste Flug Richtung Süden, erstmal bis zum großen Wasserfall.
Dort zeigt uns ein Holländer, dass ein Gleitschirm auch zu imposanten Turnübungen geeignet ist. Auch aus dem „erstmal“ resultiert: Talquerung und mal sehen, wie’s inzwischen bei „Charity“ aussieht. Die ganze Zeit bewegen wir uns dicht unter, manchmal auch auf Höhe der niedrigen Wolkenbasis, oft halt mit angelegten Ohren und getretenem Beschleuniger. Nach fast 1,5 Stunden und gut 20km wollen wir zurück, denn das kann ja auch noch dauern. 30 Minuten um genau zu sein. Etwas schneller und wir hätten Kondensstreifen gehabt. Sicher landen alle wieder Top am Hotel.
Um auch den Füßen Bewegung zu gönnen, machen wir die erste Stippvisite in Iten. Chappi zieht es allerdings vor, sich nach Aufstieg auf 3.200m experimentell im Tal zu versenken. Er behauptet hinterher, ein Geier habe ihn verarscht. Das hat ihm die erste Motorrad(wenn man die 125er Mopeds überhaupt so nennen darf) –rückfahrt beschert.
Auf jeden Fall haben wir beim Abendbrot schon über so Einiges zu sprechen.

31.12.10
Das Jahr geht heute zu Ende, und das mit viel Wind. Das zeitige Frühstück und der frühe Aufbruch mit Schirm in Richtung Norden werden erst mal verschoben und ein relaxter Tag nimmt seinen Lauf, Ausruhen für die abendliche Silvesterparty quasi.
Chappi startet zur Freude der vielen Gäste im Kerio View dann doch am frühen Nachmittag, um wieder mal mit dem Thema Talquerung zu experimentieren. Konsequenz daraus: zurück geht’s mit dem Moped. Am späten Nachmittag ist es dann für alle fliegbar und jeder macht auf seine Weise in der Umgebung vorm Hotel für sich das Beste daraus.
Die abschließende Wanderung vom Plateau zurück zum KV bringt noch eine besondere sportliche Komponente mit sich und zeigt, dass Rauchen doch nicht so gesund ist.
Nach dem Dinner ist Feiern angesagt, umrahmt von den mit Nikolausmützen geschmückten Angestellten nähert sich unweigerlich das Jahresende, natürlich 2 Stunden früher als in Deutschland. Deutsche, afrikanische und auch russische Musik laden zum Tanzen ein. Vor allem der russische Tanzstil und die mit tanzenden Kids sorgen für Stimmung. Auf jeden Fall wird’s ziemlich spät.

01.01.11
Wenn’s am Abend/Morgen ziemlich spät war, liegt morgens der Ehrgeiz eher am Boden, trotz guter Flugbedingungen. Nach und nach trudeln alle beim Frühstück ein und verschwinden dann teilweise auch wieder. Chappi macht, nachdem er ausgeschlafen hat, der Trägheit gegen 15h dann ein Ende und fliegt allein 25km in Richtung Süden und zurück. Auch Markus und ich nutzen die inzwischen ruhigen Bedingungen für einen kurzen Abendflug und empfangen Chappi in der Luft. Der dann folgende kurze Regen beendet dann aber das fliegerische Treiben. Eventuelle Katerstimmung ist nun aber auch kein Thema mehr. Es gibt auch den ersten guten Vorsatz für das neue Jahr: heute Abend früh ins Bett.

02.01.11
Heute soll mal richtig geflogen werden. Pünktlich um 7:30h sind alle beim Frühstück. Doch die Wettervorhersage von vor 3 Tagen sollte Recht behalten. Es ist sehr böig und leider nicht laminar. So ist zumindest keine Eile geboten. Mit jeder ruhigeren Phase steigt allerdings die Hoffnung, dass es gleich doch noch geht. Chappi haut sich dann gegen 14:30h trotz Fehlens einer ruhigen Phase wieder raus. Die beginnt erst ab fast 3000m und geht bis über 4000m. Nachfolgend gehen auch ich, später auch Frank und Markus in die Luft, um in Hotelnähe gut Höhe zu machen. Gegen Abend kommt dann Frankfurter Flughafenflair auf. Nicht, dass so viele Flieger reinkommen, eher, weil die Anzahl der Landeversuche am Startplatz beeindruckend ist. Den Vogel schießt Frank mit 7 Anflügen ab, hat aber auch am meisten dabei gelernt, z. B. auch, wie man seinen Schirm wieder aus einem Dornenbusch bekommt.
Am Abend zeigt sich wie schon den gesamten Sonntag, dass sich der Feiertagstrubel inzwischen gelegt hat. Es wird übersichtlicher im Kerio View. So genießen wir in aller Ruhe das wie immer leckere Abendessen (heute war’s Coconut Chicken Stew) und finden natürlich auch Zeit, um uns um das Tagebuch zu kümmern. Morgen soll es übrigens schon ganz früh – 7Uhr – losgehen, einfach mal, um eventuellen unliebsamen Bedingungen ein Schnippchen zu schlagen.

03.01.11
Und es klappt. Um 7h sind wir aus den Federn und kurz darauf am Startplatz. Es herrschen die laminaren Bedingungen, auf die wir spekuliert hatten.
Erst startet Jacek, dann Frank und Markus, zuletzt noch Chappi und ich. Auf geht’s wieder in Richtung Süden. Am kleinen Wasserfall bekommt Jacek Sehnsucht nach dem Hotel und kehrt um. So hält es auch Frank am Großen. Es wird etwas unruhiger, eigentlich normal nach der Überwindung des Kessels am großen Wasserfall und wir fliegen weiter, diesmal bis hinter Charity. Dort fällt dann auch für Markus, Chappi und mich die Entscheidung zur Rückkehr. Inzwischen ist es deutlich thermischer geworden und an manchen Stellen überschreiten wir sogar die 70km/h-Marke. Noch vor 10Uhr sind alle wieder sicher zurück am Hotel, zufrieden mit schönen Flügen. Das bisher ausgelassene Frühstück schmeckt jetzt besonders gut.
Der Nachmittag wird unterschiedlich genutzt. Frank und ich nutzen die Mitfahrgelegenheit mit Jean-Paul zur Stippvisite in Eldoret, Chappi kommt Spätnachmittag nach 3 Stunden zurück aus dem Norden und Markus fliegt zusammen mit Christian, einem anderen Flieger aus dem Hotel, kurz nach dem Start runter zum alten Standardlandeplatz (deswegen weil inzwischen überwiegend am Start- oder Toplandeplatz gelandet wird und die Menschen unten vergebens auf uns warten).
PS: nur zum Appetit machen; abends gibt’s „als Vorspeise Fish Fingers, dann Grilled Garlic and Pepper Steak und Exotic Meat Balls and Pasta“ – so kann man’s aushalten….

04.01.11
Für uns Ersteinsteiger in den diesjährigen Keniatrip ist heut die erste Woche seit Abflug rum – so schnell geht das.
Der morgendliche Blick aus dem Fenster verheißt Gutes. Gegenüber den Vortagen ist es deutlich ruhiger und wärmer geworden. Das heißt: erstmal Frühstücken, aber dann… Markus und Chappi starten zuerst, zum Leidwesen des Geckos, der sich über Nacht in Chappis Schirm verirrt hat. Nach einiger Zeit des Mitfliegens steigt der aber nach einem Sat auch ohne Rettung aus.
Nachdem Markus eine frühe Landung vorgezogen hat starte auch ich und mache mich mit Chappi auf den Weg, wieder Richtung Süden. Die Startbedingungen täuschten allerdings eine Ruhe vor, die es in der Luft so nicht gab. Trotzdem zieht es uns erneut bis hinter „Charity“ bevor wir umkehren.
Mittags stellt wieder ein uns gut bekannter Meister der Nähmaschine sein können unter Beweis. Neben der nebensächlichen Hose von Markus nimmt er sich einer kleineren Reparatur an Franks Schirm an. Dornen und Stacheldraht hinterlassen eben manchmal Spuren.
Am Nachmittag ist es dann richtig ruhig. Diese Gelegenheit nutzen Frank (so hoch war er noch nie), Markus und Christian noch zu schönen Flügen vorm Hotel.
Nach einer Woche schaffen wir es dann auch mal aus dem Hotel heraus und den Abend in Eldoret zu verbringen. „Signature“ und „Spree“ sind nach wie vor erlebenswerte Anlaufpunkte. Wirklich spät wird es aber nicht.

05.01.11
Der Tag beginnt gemütlich. Frühstück und wer dann fliegen will, der fliegt. Chappi, Markus und Christian fliegen zum Torok-Wasserfall. Andere machen sich’s am Hotel gemütlich. Frank macht sich Spaß mit einem der kleinen Motorräder, die es seit letztem Jahr im KV gibt und begleitet Jean-Paul bei seinen Besorgungen als Verfolger.
Der Entschluß, dass Fliegen auf den Nachmittag zu verschieben oder dann noch einen zweiten Flug zu wagen geht nach hinten los. Am Startplatz stehend müssen wir mit ansehen, wie es von Nord-West deutlich dunkler wird. Chappi startet mit dem aufkommenden Rückenwind und macht aus der Not eine Tugend. Die Folge ist nämlich die Landung an der uns allen und den Stammlesern bekannten Kessup-School (s. Fußballspiele und Unterstützung aus den Vorjahren). Der dann einsetzende zwar kurze Regen beendet für heute die fliegerischen Aktivitäten. So wird die Zeit bis zum Abendessen dann mit leckeren Samosas überbrückt.

06.01.11
Heut ist „heilige drei Könige“ und das bei strahlend blauem Himmel und Sommer, irgendwie unwirklich… Sternsinger hat auch noch keiner gesichtet.
Wieder früh am Morgen kurz nach dem Frühstück geht es bei ruhigen Bedingungen in die Luft. Strecken werden allerdings nicht geflogen. Man macht sich Spaß vorm Hotel, jeder nach seinem Gusto. Wieder gelandet macht sich der Drang nach körperlicher Aktivität bemerkbar. Mit dem gemieteten Matatu fahren Markus, Jacek, Frank und Christian geleitet von Chappi in der Luft in die Nähe des Torok-Wasserfalls. Bestens bekannt aus der Luft wird er nun zu Fuß von unten inspiziert, ein nicht unanstrengendes Unterfangen.
Fliegerisch ist es inzwischen deutlich thermischer und damit auch deutlich anspruchsvoller geworden. So lasse ich den zunächst für den Mittag geplanten Flug ausfallen und warte mit Chappi beim immer wieder faszinierenden Anblick hinunter ins Rift Valley ab.
Das ändert sich auch zum Nachmittag nicht, passt allerdings zur mit den bisherigen Aktivitäten zu begründenden allgemeinen Trägheit, die erst durch das leckere Abendessen kurz unterbrochen wird. Heute Abend sind alle um 22h verschwunden.

07.01.11
„Same procedure as every day“ oder zumindest die letzten Tage, aber so einfach wollen wir es uns ja doch nicht machen. Also: Frühstück und raus in ruhigen Bedingungen. Den Vogel schießt Christian ab, der 40km Richtung Süden fliegt und gegen Mittag wieder zurück ist. Darüber hinaus machen Markus, Frank mal wieder vorm Hotel Spaß. Nach der Landung konnte Frank den Landeplatz mal auf eine ganz andere Art und Weise untersuchen.
Wie auch in den vergangenen Tagen wird es auch heute zum Mittag erheblich thermischer. So werden fliegerische Aktivitäten erst wieder für die Abendstunden geplant. Für heute hatte sich wie früher schon mal das kenianische Fernsehen angemeldet. So machen wir uns fast alle zum Spätnachmittag in die Luft, um den mitgebrachten Kameramann nicht zu enttäuschen und ihm stattdessen entsprechende Motive vor die Linse zu liefern. (Mal gespannt, welcher Zusammenschnitt diesmal dabei rauskommt)Erneut ist ein Urlaubstag vergangen, bei dem Langeweile eher ein Fremdwort sein dürfte.

08.01.11
Morgens zu fliegen wird immer anspruchsvoller. Allerdings nicht, weil es wie zu Beginn unseres Aufenthaltes eher zuviel Wind gibt. Es wird mit jedem Tag nicht nur immer ruhiger, sondern auch immer wärmer(Bei wem zuhause löst das keinen Neid aus?). Ein paar kurze Flüge am Vormittag, ausgedehnte Mittagspause und dann geht’s ausschließlich in der Thermik ohne nennenswerten überregionalen Wind teilweise richtig rauf, genauso natürlich aber auch richtig wieder runter – so what …
Gegen 18Uhr treffen dann die schon erwarteten Neuzugänge MüMa und Ingo ein.
Es gibt viel zu erzählen und ein weiterer Abend nimmt seinen kurzweiligen Verlauf

09.01.11
Neuzugänge, das ist auch das wichtige Stichwort für heute. Schon ganz früh am Morgen treffen weitere Keniafans – erfahrene wie unerfahrene - ein. Wer genau, das ergibt sich aus den Schilderungen der folgenden Tage.
Gerade angekommen machen sich Burki, Reini, Nina, Opa, Christian, Paul Markus, Frank, Andreas und Chappi in die Luft. Nach ihrer langen Anreise siegt doch der Ehrgeiz, die für einige noch unbekannte Strecke in Richtung Süden zu erkunden. Turnübungen hatten wir ja schon. Reini allerdings zeigt, dass alles noch zu toppen ist. So stellt er unter Beweis, dass ein moderner Skywalk-Schirm auch mit anstrengenden Anreisebedingungen noch ganz gut zu Recht kommt. Ausruhen ist erst danach angesagt. Fest steht: auch wer hier zum ersten Mal fliegt ist restlos begeistert.
Wenn man seinen 60sten Geburtstag während der Anreise im Flugzeug erleben muß, geht das allerdings nicht wirklich. Ein guter Ort dafür ist eher das Kerio View. Weit ab der Heimat feiert unser Dieter in Afrika zusammen mit der auf inzwischen 24 Personen angewachsenen Fliegertruppe so, wie es sich gehört, natürlich unter Beteiligung des einheimischen Bieres „Tusker“. Mal sehen, wer morgen den für 7Uhr geplanten Start in den Tag und vielleicht auch in die Luft pünktlich erleben wird.

10.01.11
Es klappt tatsächlich. Das Frühstück ist schon um 7Uhr gut besucht und kurz darauf auch der Startplatz. Während Reini mit mir als Passagier (einer muß ja für gute Flächenbelastung und damit Geschwindigkeit sorgen) mit dem Tandem den Deutschen Rekord im Ziel-/Rückflug 60km einstellen will, hat Chappi heute erstmals richtig gut zu tun. Einer nach dem anderen geht teils mit, teils ohne Hilfestellung raus. So begegnet man ungewohnt oft an unserer ehemals relativ einsamen Kante anderen Fliegern. Reini und ich wenden nach >30km am Südstartplatz und nach fast gleich schnellem Rückflug landen wir sicher unterhalb des Hotels; geschafft, Deutscher Rekord mit fast 40km/h Durchschnittsgeschwindigkeit eingestellt. Ganz nebenbei wird der Flug auch auf Anerkennung des Rekords „freie Strecke/Geschwindigkeit geprüft.
Schon länger empfiehlt es sich früh am Morgen dabei zu sein, da es im Laufe des Tages sehr thermisch wird. Dennoch sind auch am Nachmittag, vor allem aber auch Spätnachmittag, wenn es sich wieder beruhigt, schöne Flüge angesagt. Entweder wird am Hotel gelandet oder auf dem Landeplatz unten. Die Rückkehr ist auf alle Fälle kein Problem den viele Mopedfahrer haben sich inzwischen auf uns eingestellt und stehen bereitwillig für die Rückkehr zur Verfügung. An Gesprächsstoff mangelt es beim Abendessen absolut nicht und auch heute muß das ein oder andere Tusker dran glauben.

11.01.11
Ein ganz besonderer Tag nimmt seinen Lauf. Geplant sind Weltrekorde. Wie gestern wird ganz früh aufgestanden, gefrühstückt und am Startplatz erschienen. Thomas (Opa) macht sich mit Reini als Passagier auf den Weg, um den Weltrekord 100km Ziel-/Rückflug einzustellen. Ebenfalls startet Burki, um Gleiches als Einzelpilot zu tun. Was jeder andere im Einzelnen fliegt, würde hier zu schildern den Rahmen sprengen. Geflogen wird halt sowohl Richtung Norden, als auch Richtung Süden, teilweise auch recht weit. Schon am Mittag ist klar: 2 neue Weltrekorde sind heute realisiert worden, Thomas mit Reini mit ca 30.km/h Durchschnittsgeschwindigkeit und >4,5 Flugstunden, Burki mit fast 3 Flugstunden.
s. auch Link DHV….
Ab Mittag wird es so böig, dass Fliegen erstmal eingestellt wird. Mächtige Ablösungen sind die Ursache. Das ändert sich schnell wieder zum späteren Nachmittag, als es wie in den letzten Tagen üblich wieder ruhiger wird. Wer will startet also zum zweiten oder vielleicht auch dritten Flug heute. Obwohl es gestern schon viel zu erzählen gab, nimmt der Gesprächsstoff am Abend aufgrund der Ereignisse des Tages damit eher zu als ab.

12.01.11
„Der frühe Vogel fängt den Wurm“, so heißt es glaub ich. Ab 07:30h sind die ersten Starts zu beobachten. Durchweg schöne Vormittagsflüge sind die Folge. Wer zu spät kommt scheitert an den auffrischenden Bedingungen oder seinen eigenen Fähigkeiten. Doch Fliegen ist nicht alles. So mache ich mich zusammen mit Reini und Frank mit den Motorrädern auf zu einer Tour unten übers Plateau. Der Fahrspaß mit den leichten Crossmaschinen ist das Eine, der nahe Kontakt zu den Menschen am Wegesrand das Andere. Neugierig, freundschaftlich und aufgeschlossen, so begegnet man uns ausnahmslos und überall. Nachmittags zurück am Hotel bringt Reini es auf den Punkt: Motorradfahren in Kenia abseits der Hauptstraße ist „Dreck fressen“ denn der Staub geht durch alle Ritzen. Spaß gemacht hat’s trotzdem.
Auch in der zweiten Tageshälfte wird fleißig geflogen. Die Rekordjagd ist allerdings im Moment etwas zurückgegangen. Das will aber nichts heißen, denn für die nächsten Tage stehen noch einige nennenswerte Vorhaben an. Zu denen aber erst mehr, wenn sie auch vollbracht sind.
Der erste Discoabend in Kenia steht an. Für die, die es noch nicht erlebt haben ein unbedingtes „Muss“, denn Discos in Afrika sind einfach anders. Hier sieht man wirklich niemanden, der es schafft, sich nicht zu den afrikanischen Rhythmen und Melodien zu bewegen. So geht’s dann auch erst relativ spät wieder heim zurück ins KV.

13.01.11
Heute spalten wir uns in drei Gruppen. Die erste macht sich auf zu einem Ausflug zum Bogoria-See, neben dem Baringo-See eine weitere sehenswerte Attraktion hier. Die, die gestern Abend dabei waren sind eher zurückhaltend, was das Fliegen angeht. Dann sind da noch die, die machen das, was soviel Spaß hier macht, einfach Fliegen, denn die Bedingungen haben sich aufgrund der etwas stärkeren Bewölkung deutlich beruhigt
In früheren Zeiten galt es mal als unmöglich oder zumindest als schwierig, über Iten hinweg Richtung Norden zu fliegen. Das hat sich in den letzten Jahren allerdings grundlegend geändert. So fliegt Chappi also zusammen mit 8 „Freiwilligen“ diese nicht so viel beflogene Route. Thomas hingegen fliegt mit 2 Piloten in den uns so vertrauten Süden. So kommt wieder einmal jeder auf seine Kosten, je nachdem, was ihm heute so an Aktivitäten vorschwebt.
Der Abend verläuft eher unspektakulär. Nach gestern ist die Motivation, noch viel zu tun eher gebremst. Relativ zeitig wird der Tag also beendet. Die Nacht bringt erstmalig in diesem Jahr richtig Regen. So, wie das hier schon mal passieren kann, schüttet es, wie aus Kübeln. Aber was soll’s. „nachts darf das“.

14.01.11
Der Regen hat schon lang wieder aufgehört. Dafür ist es deutlich windiger Als Folge der Niederschläge der Nacht.
Mein schlimmster Urlaubstag beginnt heute, denn es ist schon wieder so weit: Für Markus und mich ist Abreisetag. Wenn etwas gut gefällt, dann vergeht die Zeit wie nix. Auch diesmal (inzwischen mein 6. Mal) sind die knapp 3 Wochen wie im Flug vergangen. Mit einer Träne im Augenwinkel werde ich dann daheim verfolgen, wie es mit dem Tagebuch weiter geht und was man hier so treibt. Auf jeden Fall freue ich mich heute schon (ich bin noch gar nicht weg) wieder darauf beim nächsten Mal wieder dabei zu sein. So long, Olaf

15.01.11 (Sa) – written by Andreas et.al.
Heute ist wieder Rekordwetter. Daher ist die Gruppe der Rekordflieger schon um 6:00 mit dem Taxi aufgebrochen zu dem Startplatz ganz im Süden, der am Vortag mühsam in 4 Stunden gesucht wurde. Gestartet wurde ca. um 8:15 mit folgenden Piloten:
· Nina
· Burkhard
· Thomas
· Chappi und MüMa
50 Minuten später nach 42 km passierte das illustre Feld das Hotel. Reini hat dankenswerterweise an diesem Tag die Flugbetreuung am Hotel übernommen, um den Rekordfliegern den Rücken freizuhalten. Durch geschickte Platzierung der Hotelflieger als Thermikanzeiger wurde den Rekordfliegern der Übergang von Iten zur Nordkante erleichtert.
12 km hinter dem Hotel hatte Thomas seinen Wendepunkt erreicht, den auch Nina später noch rundete. Im Vollgas ging es dann wieder ohne Drehen oder Achtern zurück zum Startplatz. Thomas erreichte diesen nach ca. 2:40 Stunden (38,6 km/h Durchschnitt!) – ein neuer Fabelweltrekord – der Alte lag bei 34,7 km/h!
Nina schaffte einen 100 km Ziel-Rück in toller Zeit; für einen neuen Deutschen Rekord fehlte ihr nur knapp 1 km/h in der Durchschnittsgeschwindigkeit.
Burki und Chappi zusammen mit MüMa im Tandem flogen noch ca. 50 km weiter nach Norden bis nach Tot, wo sie ihren nördlichen Wendepunkt erreichten. Zurück ging es mit einer Baustelle (Chappis Tandem nur noch 300 m über Talgrund) zurück zum südlichen Start- und Wendepunkt.
Nach 6 Stunden Flugzeit erreichten Burki und der Tandem fast zeitgleich ihr Tagesziel, ein 200 km Ziel-Rück – Chappi schaffte im Tandem einen Durchschnitt von 33,7 km/h, Burki nur ganz knapp weniger. Im Tandem (Skywalk Join’t 2) bedeutet das 3 neue Weltrekorde:
  1. 200 km Ziel-Rück
  2. Geschwindigkeit 200 km Ziel-Rück
  3. Freier Zielrück-Flug
Für alle ging es dann in gemütlichem Bummel-Tempo zurück zum Hotel, womit nach 7,5 Stunden insgesamt 250 km Flugstrecke erreicht wurden – für den Tandem noch ein Deutscher Rekord „Freie Strecke mit bis zu drei WP“.
Am Hotel wurden die frischgebackenen Rekordler mit viel Trara (und noch wichtiger mit einem Landebier) lautstark empfangen.
Klar, dass die 5 neuen Rekorde bis tief in die Nacht gefeiert wurden…
Rekordliste FAI
16.01.11 (So) – by Edeltraud
Heute mal ein kurzer Tagesabriss einer erstmals teilnehmenden Fliegerin (Edeltraud): Mit A-Schein ist Kenia erstmal ein riiiiesiges Abenteuer! Die Beschreibung des Fluggeländes und die vor Ort angetroffenen Bedingungen sind traumhaft. Heute Sonntag bin ich nach dem leckeren Frühstücksbuffet wieder früh zum Startplatz, um gut raus zu kommen, bevor der Wind stärker wird. Mein Vorwärtsstart ist bei diesen Bedingungen easy, es geht direkt gut hoch. Drei Kreise an der Kante vorm Hotel und dann in Richtung Süden. Nachdem ich einmal mit Anleitung zum Wasserfall geflogen war und Zutrauen in die konstant vorhandenen thermischen Bedingungen gewonnen hatte, traue ich mich alleine los. Über kleine Rundhäuser, über Felder, Rinderherden und heftig winkende Kinder hin zum Wasserfall.
Dort in einem leichten Kessel ließ es sich wunderbar Höhe machen, die Aussicht genießen und dann mit guter Höhe den Rückflug antreten. Der Flug zurück zum Hotel war genauso ruhig wie der Hinflug. Am Hotel flog ich noch einige Runden, ging dann „flugsatt“ zur Landung über. Diese war auf dem Kopf hinter dem Hotel gut möglich, weil laminare Bedingungen herrschten. Es war 11:00 Uhr und der Tag hatte eine Qualität, wie sie nicht getoppt werden kann. Dann nach kurzer Erfrischung 15 Minuten an die Hauptstraße zu laufen, um frische Mangos, Papayas und Passionsfrüchte zu kaufen ist für einen Obstfan wie mich auch ein besonderes Erlebnis. Leute: Das Obst hier vor Ort ist mit dem Supermarkt-Obst nicht zu vergleichen! Überhaupt lassen die Küche und der Markt keinen Wunsch nach frischen Produkten unerfüllt. Mein Schatz ist Vegetarier und auch dafür ist ohne besondere Regelung eine vollwertige Verpflegung möglich.

17.01.11 (Mo) – by Andreas
Heute soll mein Tag werden – mein erster 100 km Ziel-Rück ist geplant. Hat zwar gestern auch schon geklappt, aber nach ca. 2/3 der Flugstrecke war der Akku meines Smartphones leer, das ich als GPS-logger verwende – das funktioniert ganz gut, auch wenn es mangels FAI-Zulassung keine gültigen G-Records schreibt. Dadurch sind meine Flüge im XC rot/ungültig gekennzeichnet. Heute also ein neuer Versuch, der sich zu Beginn als etwas zäh erweist, da die „Maschine“ nicht so stark wie sonst üblich losläuft. Am kleinen Wasserfall ist der erste Prüfstein, der gleich mal 6 Piloten absaufen lässt, die wie die Lemminge zu tief queren und der sonst verlässliche Aufwind „hinter der Ecke“ fehlt. 6 Außenlandungen, bei denen eine zu spät erkannte Hochspannung das geplante Landefeld in letzter Sekunde tückisch klein werden lässt – bis auf Kratzer geht es zum Glück bei allen gut ab.
Mit einer glücklichen Linienwahl vor den Lemmingen bleibt mir das Absaufen erspart und ich komme gut bis zum großen Wasserfall. Hier tummeln sich schon 2 andere Schirme und keiner schafft den Sprung auf die andere Seite. 3 mal versuche ich es, drehe aber immer wieder um zur rettenden Wand mit dem verlässlichen Aufwind. Um halb 10 will ich schon aufgeben und zuerst nach Norden fliegen, aber dann gebe ich mir noch einen letzten Versuch und diesmal klappt es; ich komme mit ausreichender Höhe auf der anderen Seite an und dort reicht es, um entspannt wieder bis zur Kante aufzusoaren. Nun geht es ganz gemütlich die Kante am überraschend grünen Hochplateau entlang. Ein bisschen fehlen mir heute die schreienden Kinder, die meinen Flug gestern am Sonntag (schulfrei!) über lange Strecken begleitet haben. Ohne Probleme erreiche ich das 41 km entfernte Südende der Kante und mache mich auf den Rückweg. Langsam wird es sportlicher, da die Thermik zu Mittag deutlich zunimmt; aber die vergangenen Tage haben mir gezeigt, dass auch 8m/s Bärte nicht schlimm sind, und das ein gelegentlicher Klapper einfach dazugehört, auch wenn ein Frontklapper immer noch ziemlich erschreckend bleibt. Um 12:20 komme ich wieder am Hotel vorbei, wo die meisten anderen Piloten schon wieder sicher gelandet sind. Richtung Norden wird es schwieriger – heftig knallt es mich nach oben um dann in langen Phasen mit Saufen auch wieder bis auf Höhe der Kante oder darunter zu spülen. Als ich glaube, die 100 km im Sack zu haben, drehe ich um 12:45 wieder um zum Hotel. Mit guter Höhe komme ich rein und will meinen Flug mit einer Toplandung krönen. Trotz Thomas Warnung, dass die Ablösungen schon sehr heftig durchgehen, steuere ich die große Wiese hinter dem Hotel an. Es sieht alles gut aus, bis ich plötzlich nur noch runter und nicht mehr vorwärts komme – und das genau über einer Hochspannungsleitung. Mir bleibt nur, mich in dem kleinen Winkel zwischen den 2 Leitungen hinter der Leitung runterzubremsen, was mit einem heftigen Aufprall bestraft wird, der mir kurz die Luft wegbleiben lässt. Leicht humpelnd packe ich den Schirm, wie immer von einer Menge von lachenden Kindern umringt, die blitzschnell herbeiströmen. Ein vielleicht 12 jähriges Mädchen will unbedingt meinen Schirm zum Hotel tragen, was ich gerne annehme. Als Dank bekommt sie von mir einen Kinder-Drachen geschenkt.
Morgen muss ich wohl der harten Landung Tribut zollen und einen Tag aussetzen…

18.01.11 (Di) – by Katharina & Andreas
Der Morgen zeigt erstmals eine fast geschlossene Bewölkung, was den allgemeinen Aktivitätsdrang morgens etwas dämpft. Das Frühstück wird etwas später und langsamer eingenommen als üblich. Doch dann macht es auf und einige Piloten fliegen entspannt an der Kante. Wegen „dichtem Verkehr“ dreht Holger zu nah an der Kante und steht gleich mal kurz vor dem Hotel im Steilhang – außer dem Schrecken bleibt das aber zum Glück ohne Folgen… Schon um 10 Uhr wird es gut turbulent, so dass alle relativ schnell wieder landen gehen. Die Ausdauernden üben sich tapfer ca. 1 Stunde und max. 26 Kilometer. Danach verteilen sich alle in sieben Himmelsrichtungen.
Peter, der 13-jährige schwarze Junge, hat viel Spaß beim Aufziehen eines Kinder- Paragliders. Er und ein Trupp Mädels-, und Jungs sind erstmal eine Stunde am Startplatz beschäftigt. Dann geht Klaus zusammen mit dem kleinen Peter zum Direktor der Schule, um zu erkunden, ob es wirklich stimmt, dass seine Eltern das Schulgeld nicht bezahlen können oder ob er ein kleiner Hallodri ist.

19.01.11 (Mi) – by Andreas & Harald
Abends findet das große Grillen statt. Wir versammeln uns in der kleinen Hütte zwischen dem Hotel und den oberen Bandas (Banda = Zimmer/Appartment), wo wir am offenen Kamin sitzend auf das beste mit Köstlichkeiten versorgt werden. Besonders das Rind kommt gut an, da es soll toll zart ist.
Harald hat auch in diesem Jahr mit dem Kerio Küchen Team zusammen gekocht. Dieses Jahr hat er typisch deutsche Kohlrouladen gekocht. Eine kleine Abwechslung zu den hervorragenden kenianischen


Gerichten, die
uns die Küche täglich serviert. Die Rouladen waren nach kürzester Zeit gegessen und die Flieger waren begeistert.

20.01.11 (Do) – by D.H. (Schäbiger Vogel)
In Afrika wird natürlich nicht nur geflogen. Beate und Dieter starteten schon am 15.02. zu einer Reise nach Uganda zusammen mit J.P. und 2 belgischen Freunden. Am 1. Tag ging es über Eldoret zur Grenze Mabala und weiter nach Jinja zum Nil und den Nil-Falls (Victoriasee).
Am 2. Tag ging die Reise weiter über Kampala (Besuch der Cassia Lodge), Masaka,
Mbarara quer durch Uganda nach Ntungamo.
Nach der Übernachtung in Ntungamo erreichte die kleine Reisegruppe nach 800 km am 3. Tag das eigentliche Ziel, den wunderschönen Lake Bunyonyi an der Grenze zu Ruanda. Ausruhen und relaxen am See und im Hotel Birdnest waren angesagt.
Der 4. Tag der Reise bescherte Beate und Dieter eine erlebnisreiche Bootsfahrt auf dem Lake Bunyonyi vorbei an vielen kleinen Inseln und den Besuch eines Dorfes mit Pygmäen. Übernachtet wurde in einer Lodge auf einer Insel neben dem Birdnest.
Am 5. Tag begann schon die lange Rückreise. J.P. und seine beiden Freunde setzten ihre Reise fort in Richtung Ruanda und Tansania. Beate und Dieter fuhren mit dem Überlandbus zurück von Kabale nach Kampala (430 km).
Nach der Übernachtung im Hotel Fairway und einem kurzen Aufenthalt in der Millionenstadt Kampala setzen die beiden ihre Rückreise mit dem nächsten Überlandbus von Akamba Couch am 6. Tag fort. Nach einer abenteuerlichen Grenzüberscheitung (2 Stunden im Stockfinsteren und bei chaotischen, typisch
afrikanischen Verhältnissen) erreichten Beate und Dieter erschöpft aber glücklich um Mitternacht das Kerio View Hotel.
Der Besuch von Uganda (The Pearl of Afrika) war nach ca. 1800 km beendet.
Glück im Unglück für Burki: vor einer Woche hatte er an der Hochspannungsleitung ca. 9 km vom Hotel in der Luft sein komplettes Cockpit mit 2 GPS verloren, da sich der Sicherungsknoten gelöst hatte. Die noch am gleichen Tag eingeleitete Suchaktion war zunächst erfolglos geblieben, aber Burki hatte eine für kenianische Verhältnisse hohe Belohnung von 5000 KSh (ca. 50 Euro) ausgesetzt. Heute nun traf die Nachricht ein, dass die Geräte gefunden seien. Burki und Nina fahren hin, um die Geräte abzuholen und die Belohnung zu übergeben – das wird wieder ein afrikanisches Abenteuer, denn so einfach ist es nicht. Erst nach zähen Verhandlungen rücken die glücklichen Finder, deren Zahl sich im Lauf der Verhandlungen ständig erhöht, endlich das unbeschädigte Equipment gegen einen erhöhten Finderlohn von 9000 KSh heraus. Burki ist doppelt glücklich, da er nicht nur seine teuren Instrumente zurück hat, sondern weil er auch noch einen darauf gespeicherten 100 km Flug hochladen kann, der ihn auf 11 Flüge in der „Schokoladen Wertung“ bringt (=wer hat in der Saison die meisten Flüge über 100 km) – aktuell hat er damit 3 Flüge Vorsprung vor dem nächsten Konkurrenten.

21.01.11 (Fr) – by Chappi
Heute stehen die ersten Abreisen an; Heidi, Thomas (OppA), Ton, Frank und Paul verlassen uns heute per Inlandsflug nach Nairobi. Da der kenianische Präsident in Eldoret ist, fahren sie frühzeitig los. Dennoch wird es knapp den Flieger zu erreichen.
Nach kurzem Aufenthalt in Nairobi geht es dann laut Plan um 23:50 Uhr weiter nach Paris - so weit so gut, doch um 03:00 Uhr steigen alle wieder aus, da der Flieger ein technisches Problem hat. Eine weitere Nacht in Nairobi und erst am nächsten Morgen um ca. 10:00 Uhr geht es endlich los Richtung Paris; wie es dann weiter ging entzieht sich unserer Kenntnis hier.
Nina, Burki, Thomas A. machen heute noch schöne Abschiedsflüge, denn morgen müssen sie uns auch verlassen.

22.01.11 (Sa) – by Andreas
Weiter geht es mit den Abreisen. Heute brechen Nina, Reini, Burkhard, Markus und Hermann auf. Sie fahren per Matatu, denn sie wollen im Nakuru National Park in der Lodge im Park übernachten, trotz doch recht gesalzener Preise. Zum Glück konnte der immer hilfreiche Pieter Sonderkonditionen für Kerio View Gäste vereinbaren, so dass akzeptable Preise zugesagt sind. Durch die Nacht in der Lodge haben die 5 die Möglichkeit, früh morgens die Raubtiere beim Jagen zu beobachten – wir drücken die Daumen, dass es ganz tolle Beobachtungen und Fotos gibt.
Für die abgeschmolzene Truppe am Hotel heißt es heute Geduld haben; viel Wind hindert uns bis abends, in die Luft zu gehen. Auch dann riskieren es nur die Mutigsten.

23.01.11 (So) – by Andreas
Wind bedingt muss ein Ersatzprogramm gefunden werden – heute ist das extreme-MauMauing – 6 Runden Tusker werden ausgespielt, bis die Spieler reichlich angeheitert sind.
Am späten Nachmittag startet endlich die letzte Abreisewelle; Harald, Babsi, Dieter Beate und Thomas nehmen die bequeme Variante: Sie fliegen um 19:00 ab Eldoret und treffen die Nakuru Truppe dann in Nairobi, von wo sie dann zusammen nach Paris abfliegen.
In Paris scheint es etwas turbulent gewesen zu sein, denn nur Markus erwischte den geplanten Anschlussflug; Babsi und Harald haben einen Flug später nehmen müssen, während Dieter und Beate auch diesen Flug nicht erwischt haben.

24.01.11 (Mo) – by Andreas
Jetzt haben wir Restlichen mehr Ruhe und die Kante für uns. Leider gibt es auch heute wieder viel Wind bis Abends. Zeit wieder den Kinderdrachen steigen zu lassen. Gleich bin ich wieder von einer Horde von Kindern umgeben, die sich alle an dem nicht ganz leicht zu bändigenden Zweileiner versuchen wollen. Immer wieder muss ich erklären, wie rum der zu halten ist (Eintrittsöffnung nach oben und die Leinen zum Wind ausgerichtet). Die Jüngeren schaffen es nicht, den Drachen länger als ein paar Sekunden oben zu halten, aber bei den Älteren gibt es doch einige Geschicktere.
Als es dann endlich etwas ruhiger wird, starten Chappi und Holger, landen aber doch wieder schnell, da es doch noch etwas zu stark bläst.

25.01.11 (Di) – by Andreas
Hurra! Der morgendliche Blick aus dem Fenster zeigt, dass der Starkwind über Nacht abgeflaut ist. Eine hohe Inversion scheint die Thermik zu bremsen; die Startbedingungen nach dem Frühstück sind gut. Schnell haben sich wieder 7-8 Schirme in die Luft begeben. Auch ich will heute nach der langen Pause endlich wieder angreifen. Mit Holger und Klaus nehme ich den Sprung am Wasserfall, wobei Holger und ich den sichereren Weg vorne rum nehmen, während Klaus die Kante ausfliegt und mit Verwirbelungen rechnen muss. Da wir durch die Querung recht tief ankommen und der Aufwind nicht so stark ist wie erwartet und vor allen nur recht nah an der Kante trägt, dauert es ein bisschen, bis wir uns wieder auf die Höhe der Kante hochgearbeitet haben, so dass Klaus für kurze Zeit die Führung übernimmt. Holger macht Fotos und passt daher am „Muffen Mountain“ nicht so gut auf und muss sich erst wieder ausgraben. Ab hier muss ich die Spur legen, denn mein Chili geht etwas schneller, als der Omega von Klaus.
So im Dreierpack zu fliegen, ist doch am schönsten.
Nach fast 4 Stunden landen wir alle sicherheitshalber unten auf dem Plateau und freuen uns wieder über viele XC-Punkte.
Trotz toller Nachmittagsflugbedingungen sind alle vom Fliegen so satt, dass sich nur nur Chappi noch einen entspannten Abendflug gönnt.