Kenia Tagebuch 2007

Keniatagebuch 2007 (oder: Wir sind wieder hier)

Freitag, 19.01.07

Schon die Anreise zur diesjährigen Keniatour sollte sich als äußerst abenteuerlich erweisen. Markus sollte erfahren, dass der Sturm „Kyrill“ mehr Einfluß haben sollte, als uns lieb war. Viele umgestürzte Bäume machten die „Ausreise“ aus Winterberg fast unmöglich. Ziemlich verspätet ging’s dann aber doch von Brüssel aus los. Auch hier machte Kyrill den Start des Fliegers zu einem „besonderen“ Erlebnis.

Genauso war dann in Nairobi die Landebahn offenbar so kurz, dass die notwendige (fast) Vollbremsung uns mächtig in die Gurte drückte.
Hier erwartete uns eine lange Billiard-Nacht, um die Zeit bis zum Abflug vom kleinen „Wilson“-Flughafen in Nairobi um 06:50h zu überbrücken. Mit den 30kg/Person waren sie hier völlig überfordert. Erst, nachdem Markus die Abfertigung der nachfolgenden Passagiere blockierte, lenkte man ein und es wurde eine annehmbare Lösung gefunden. Der interessante Flug in dem kleinen Flieger wurde dann von den meisten verschlafen. Nach (für einige) ca 50 Stunden fast ohne Schlaf erreichten wir dann zwar übermüdet, aber wie immer überwältigt von dem einzigartigen Ort am 20.01.07 unser Ziel: das Kerio View Hotel am Ableger des Rift-Valleys, dem Kerio Valley.

Samstag, 20.01.07

Müde zum Umfallen nutzen die einen den Nachmittag für einige Stunden Schlaf, die anderen aber, wie Markus, Klaus, Hermann und Britta die Gelegenheit für einen Nachmittags- bzw. Frühabend Flug. Hier ist’s einfach zu verlockend. Allerdings soff Markus gleich am ersten Tag so richtig ab. Willi als Fahrer mit Bernd und Olaf machten sich auf die >2stündige Abholtour zur Straße nach Todd bis weit runter ins Tal, wo es allerdings wirklich schön warm warJ (zumindest schwitzte Markus eindrucksvoll, da er nach eigenen Angaben in <1h mehr als 10km Fußmarsch zurück gelegt hatte). Eine Vorstellung der aufgrund der vorhergehenden starken Regenfälle denkwürdigen Straßenverhältnisse (wenn man sie überhaupt so nennen kann) liefert beiliegendes Bild. Zur näheren Beschreibung des abschließenden „Tusker-Abends“ kommen wir zu einem späteren Zeitpunkt (es wiederholt sich öfters) noch mal zurück.

Sonntag, 21.01.07

Der erste richtige Flugtag. Nach dem für hier typisch leckeren Frühstück finden wir uns gegen 9h am Startplatz ein, wo einer nach dem anderen in den Kenianischen Morgenhimmel abhebt. Den längsten Flug genießt Bernd, der als Erster gestartet nach 2 ½h als Vorletzter wieder landet. Britta erkundet einen neuen Landeplatz in einem Garten hinterm Hotel. Besonders bemerkenswert sind die Tandemflüge, die Markus nahezu im Marathon mit Ingeborg, Rudi (Kenia-Kenner kennen ihn) und dem diesbezüglichen Neuling Hanne absolviert. Diese zeichnet sich durch besonders hohe Steilspiralenfestigkeit aus, die vorher keiner von ihr erwartet hätte. Das breite Grinsen konnte nur durch ihre Müdigkeit am Abend abgestellt werden. Es ist zu befürchten, dass der Platz im Tandem demnächst hart umkämpft sein wirdJ. Aber der Gleitschirmsport hat heute wieder 3 neue Fans gefunden. Müde und satt endet der Abend dann nach dem gewohnt guten Essen und anschließenden gemütlichen Beisammensein an Jean-Pauls Bar.

Montag, 22.01.07

In der Nacht zum Montag frischt der Wind wider Erwarten ziemlich auf. Trotz frühem Frühstück um 07:15h ist vom Start am Hotel abzuraten. Olaf macht sich mit Hanne und Ingeborg auf den Weg nach Iten und der Rest der Gang fährt zum Nord- (Hermann-Gedenk-) Startplatz (s. auch Keniatagebuch 2006). Nach gewohntem Zögern an einem nicht so oft benutzten Startplatz hebt  einer nach dem anderen ab. Britta zeigt  aufgrund von Funkproblemen ihr Talent zur Zwischenlandung, während die meisten sich von dort aus auf den Weg zum Hotel machen. Hermann zieht es aber vor, sich im Tal die Straße nach Tot mal aus der Nähe anzusehen, um dort aber sicher wie auf der Autobahn zu landen. Das bedeutet für Willi wieder 2,5h Autofahrt. Bis zum Hotel kommen nur Markus und Britta, im Starkwindband wohl nicht die beste Entscheidung, denn beide müssen beschleunigt toplanden, was beide aus den Schuhen haut. Die sichere Landung der anderen unterm Hotel ist sicherlich die bessere Entscheidung. Damit sollte der fliegerische Tag aber noch nicht beendet sein.
Am späten Nachmittag flaut der Wind am Hotel doch noch deutlich ab und Fliegen ist wieder für alle möglich. Außer Klaus und Thomas sind schnell alle in der Luft und genießen den abendlichen weichen dynamisch/thermischen Hangaufwind. Richtig interessant werden dann die abschließenden Landungen. Vorweggenommen: alle landen am Startplatz. Olaf zieht es aber vor, die Kurve in den Endanflug abzubrechen, nicht in die Bäume zu fliegen und entgegengesetzt mit dem Wind hinter dem Startplatz „speed“ zu landen. Daraus wird ein bemerkenswerter Sprint. Bernd hingegen trifft nicht wirklich die Mitte des Startplatzes, sondern landet daneben und legt seinen Schirm im Stacheldraht ab. Allerdings bleiben Pilot und Gerät unversehrt. Für Gesprächsstoff am Abend ist also wieder gesorgt und ein fliegerisch ereignis- und erfolgreicher Tag geht zuende.

Dienstag, 23.01.07

Diesmal bringt die Nacht die gewünschte Beruhigung des Windes. Ab 9h starten wieder alle bei idealen Bedingungen. Dennoch braucht es Zeit, bis alle oben sind, was für die zuerst Gestarteten manches Kratzen an der Kante bedeutet. Als es dann soweit ist, machen wir uns auf den Weg zum großen Wasserfall. Insider wissen, eine „one Way“ Strecke von ca. 12km. Die hier entstandenen Photos lassen erahnen, dass es für viele ein absoluter Genuß ist, einen ihrer ersten Streckenflüge in angenehmer Gesellschaft zu absolvieren; ein rundum gelungenes Streckenflugerlebnis, da keiner abgesoffen ist. Klaus hingegen reicht die 12km nicht. Er dehnt seinen Flug nach Süden aus bis fast zur Miene, kommt mit beeindruckender Höhe wieder zurück, versucht es dann noch nach Norden, wo er dann aber kapitulieren muss. Alles in allem aber mit 4,5h sein bisher längster Flug und weitester Flug.
Außer einiger Tandemflüge durch Markus mit z.B. Ingeborg ist der Nachmittag nicht mehr von großer Flugaktivität geprägt. Trotzdem, die Flugausbeute für diesen Tag kann sich durchaus sehen lassen.

Mittwoch, 24.01.07

Der Mittwoch steht im Zeichen des Lake Baringo. Außer Hermann, Klaus, Markus und Olaf sind alle mit Jean Paul unterwegs zu diesem einzigartigen Erlebnis. Nicht nur die Bootsfahrt zwischen Nilpferden und Krokodilen, sondern auch der Besuch einer „Insel-Kneipe“ und das Zusammentreffen mit den dort lebenden Ureinwohnern (u.a. auch Massai) machen den Tag unvergesslich. Schon beängstigend zu sehen, mit welchen abenteuerlichen Konstruktionen die dortigen Fischer ihren Lebensunterhalt verdienen. Unterwegs von 7h morgens bis 20h abends ein langer, heißer, aber rundum gelungener Ausflug.

Donnerstag, 25.01.07

Flieger, grüß mir die Sonne – das könnte das Motto des heutigen Vormittages sein. Wieder gegen 9h starten alle und nach anfänglichem Kratzen geht’s nach vorn. Ein schönes Bild, anzusehen, wie einer nach dem anderen zur auf ca. 2850m hochliegenden Wolkenbasis aufsteigt. Außer Klaus; der zieht es vor schnell unten zu landen, zu Fuß mit Gepäck die Wand wieder zu erklimmen und anschließend seine gewohnte Startplatzpflege (bestehend aus Harken, Hacken und Abbrennen) zu betreiben (man braucht ja Platz zum Starten ;-). Für die Fliegenden geht’s dann nur noch hoch, weshalb nach wirklich schönen Flügen nach und nach unten wieder gelandet wird. Wieder ein Hinweis für Kenia-Kenner: Josef fliegt mit Markus Tandem. Nach der Landung, ebenfalls unten, zeigt sich dass die 2 Steilspiralen nicht wirklich Josefs Wohlbefinden gesteigert haben. Zwar fand er’s gut, aber die Wirkung war ihm anschließend deutlich anzusehen.
Auch der Nachmittag ist wieder durch schöne Flüge gekennzeichnet. Jedoch beendet der herannahende Regen das Treiben und es bleibt zu sagen: von diesen Tagen wollen wir mehr....

Freitag, 26.01.07

Der Wunsch vom Vortag geht zunächst nicht in Erfüllung. Relativ starke Windverhältnisse lassen den Tag geeignet erscheinen, den für die einen vom Vorjahr bekannten, für die anderen noch nicht dort Gewesenen neuen Abstieg am kleinen Wasserfall zu wagen. Auch der gerade erst eingetroffene Toni ist mit dabei. Gestartet entlang der Kante zeigt sich nach Erreichen des kleinen Flusses bald, dass dieser aufgrund des starken Regens der vergangenen Wochen sehr viel Wasser führt, ein aus allen Perspektiven wirklich schöner Anblick. Der Weg führt uns dann zurück über Kessup bis zum unteren Landeplatz und von dort in der Wand hinauf zurück bis zum Startplatz neben dem „KV“.         
Der Wind hat zum Nachmittag deutlich nachgelassen. So verlockend das auch ist, die Anstrengung des Vormittages hat faul gemacht. Trotz wirklich guter Bedingungen widersteht kaum einer der Verlockung, sich bei einem gemütlichen „Tusker baridi sana“ auf’s Abendessen zu freuen. Der ursprünglich für den Abend angedachte Discobesuch in Eldoret findet aufgrund stark um sich greifender Müdigkeit nicht einmal mehr Erwähnung – egal – auch ein Tag ohne Fliegen ist in Afrika kein verlorener Tag.

Samstag, 27.01.07

Der Wind ist zwar relativ stark, aber die Startbedingungen sind ok, so dass den Menschen aus der Umgebung, für die das „Kerio-View-Hotel“ am Wochenende ein beliebtes Ausflugsziel ist, Einiges geboten wird. Ein jeder von uns wird immer wieder auf unseren schönen Sport angesprochen und die Schar der Neugierigen am Startplatz wächst und wächst...
Zum Nachmittag flaut der Wind etwas ab, was der fliegerischen Aktivität weiter zuträglich ist. Auch Olaf schafft noch immer unter dem Eindruck seiner Landung am Montag im 4. Anlauf unter Markus Anleitung seine erste Toplandung am Startplatz, eingebettet in eine Unzahl herumlaufender und –stehender Kinder (auch aus der Luft ein interessanter Anblick). Dieter, der am Morgen zusammen mit Tom angekommen ist, macht seinen Queranflug gleich zum Endanflug, als wenn er den Pfad zum Hotel neu ebnen will, spektakulär, aber letztendlich ohne Probleme.
Am Abend wird uns dann etwas ganz Besonderes geboten. Jean-Paul hat im Rahmen der Lake-Baringo-Tour eine 5köpfige Massei-Gruppe engagiert. Erstaunlich zu sehen, wie sie in ihren bunten Original-Kostümen beim Tanz aus dem Stand bis unter die Decke springen, wo sich einer von ihnen sogar den Kopf anstößt. Eine Art Harfe, gebaut aus einem leeren Blechkanister und Holzstreben sorgt für die musikalische Untermalung. Einfach toll, welche Musik man damit machen kann.

Sonntag, 28.01.07

Während unsere weibliche Abordnung die Kirche in Iten besucht und die Atmosphäre des afrikanischen Kirchengesanges genießt, scheinen die Bedingungen am Startplatz optimal zu sein. Erst, nachdem die ersten Starts gar nicht so optimal aussehen, probiert es Markus selbst. Auch von ihm sind wir normalerweise Besseres gewohnt. Eine deutliche Südkomponente scheint verantwortlich. Nichts desto trotz, als die Piloten, die fliegen wollen in der Luft sind, kommt es spontan zur Wiederholung unseres „Sonntagsausfluges“ von 2006 (s. dort) entlang der Kante vorbei am kleinen Wasserfall, über die große Stromleitung bis hin zum großen Wasserfall und zurück, eine schöne morgendliche Tour, die einerseits auf dem Landeplatz unterhalb des Hotels, andererseits auch wieder direkt am Hotel endet.
Als die Trägheit des Nachmittags weicht, fliegen nur noch Markus, Klaus und Olaf, die dann aber aufgrund der aufziehenden Abschattung die sichere Toplandung am Startplatz vorziehen, bevor der Wind wie erwartet einschläft und ein Absaufen unausweichlich gemacht hätte. Bemerkenswert ist an dieser Stelle die Geräuschkulisse am Startplatz, hervorgerufen durch mehr als 200 Menschen, zumeist Kinder konnte man zeitweise sein eigenes Wort nicht verstehen. Das Abendprogramm wird wieder von den Massai des Lake Baringo gestaltet. (Ich kann davon nicht genug bekommen => Anmerkung Tagebuchschreiber Olaf)

Montag, 29.01.07

Auch das gibt’s: zu wenig Wind! Allerdings nur unmittelbar nach dem Frühstück. Deshalb ist „Putz- und Flickstunde“ angesagt und wir fahren mit Willi nach Iten. Hier sind u.a. mal wieder kleinere Reparaturen an Packsack und Gurtzeug für sagenhaft kleines Geld zu bekommen. Da die Windverhältnisse sich aber schnell normalisiert haben zieht’s dann doch wieder alle zum Startplatz und ein Fliegertag bei besten Bedingungen nimmt seinen gewohnten Lauf. (Außer für Harald, der muß vorm 2. Startversuch erst seinen Schirm aus dem Stacheldraht befreien, wieder aber einmal ohne Schaden). Teilweise wird vor dem Hotel, teilweise (Klaus & Thomas) wieder auf Strecke bis weit in den Süden geflogen.
Die gewohnte Mittagsträgheit leitet dann über in den Nachmittag. Als wir dann wieder fliegen, wiederholt sich die Abschattung des Vortages. Folge: einer nach dem anderen säuft ab. Weitere Folge: die bisher interessanteste Fahrt mit Jean-Pauls Pajero – 7 abgesoffene Piloten incl Gepäck + Fahrer.
An dieser Stelle mal eine Preisfrage: Was ist das für ein Tier??? Antwort: ein Rock-Hyrax. Nächste Frage: Wer ist von diesem Tier der nächste Verwandte??? Antwort: unglaublich aber wahr, der Elefant. Jemand drauf gekommen ;-)?
Heute Abend ist Grillabend in einer der Außenhütten. Salat, Samosas, Geflügelkeulchen, Hähnchen, Rinderfiletsteak, Würstchen, Schweinesteak, Lamm, Hammel... all diese leckeren Dinge lassen wirklich jeden satt werden und keinen Wunsch offen. Das Ganze unter freiem Himmel, wo natürlich auch wieder die sich drehende Mondsichel intensiv beobachtet wird, der Erklärungsversuch von Joseph allerdings mal wieder von Keinem verstanden wird. Müde, satt und zufrieden schafft’s dann kaum einer bis nach 22h....

Dienstag, 30.01.07

Der Tag beginnt wie der Gestrige, kaum Wind, langes gutes Frühstück und keine Eile. Was soll man schreiben, wenn’s sich wiederholt? Aber so ruhig, wie er anfängt soll’s nicht weiter gehen. Nach und nach starten dann Klaus, Dieter, Toni und etwas später Hermann, Heidi und Olaf. Klaus & Toni gehen schnell Richtung Süden. Die zwischenzeitlichen zu ruhigen Phasen machen das oben bleiben gar nicht so einfach. Als erster säuft Dieter nach seinem guten Start nach 25 Minuten ab. Nach Heidis sicherer Landung unten folgt auch Olaf. Mit Markus Hilfe schaffen es Klaus und Toni knapp, doch noch oben zu landen. Nun zu Hermann: Ein schöner Flug, dann die Flaute und der Weg zur Landung am unteren Landeplatz. So wie Hermann schafft es kein anderer, Erwähnung im Tagebuch zu finden, denn im Endanflug reist ihm dann die Strömung ab. Die Landung „ohne Schirm“ aus mehr als 5m Höhe wird hier eindringlich nicht zur Nachahmung empfohlen. Aber Ende gut, alles gut, es tut zwar weh, aber außer einiger deftiger Prellungen bleibt es beim berühmten „blauen Auge“.
(zeigt Hermann nachher)
Zum Nachmittag frischt es nicht sonderlich auf. Die meisten bleiben aufgrund der daraus resultierenden Absaufgefahr lieber am Boden. Nur Markus und Klaus wagen den Start, was sich für beide richtig lohnen sollte, sowohl für die Flieger, als auch für die Dagebliebenen. „Die alte Drecksau“ (ein besonderer Name für nicht ziehende Wolken) oder „aus der Nummer komme nicht mehr raus“ (kurz vorm Absaufen und dann einem Mörderbart von 2200m), dass sind ausgesprochene Gedankengänge eines Piloten namens Markus, der nicht bemerkt, dass sein Funksignal übertragen wird. Allerdings erweißt sich der Flug als ein FAI-Dreieck der besonderen Güte – wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Ähnlich ergeht es Klaus – nur leiser...
Wer kennt eigentlich Frida und Heiri??? Die Kids am Start- und Landeplatz haben bei Britta und Heidi echte Ausspracheprobleme.
Ein ganz besonders bemerkenswertes Ereignis bringt dann die fast völlige Windstille am Spätnachmittag mit sich. Joseph (Insider wissen: unser Freund, der kenianische Manager vom KV-Hotel und Ex-L-Schein-Schüler 2006 in Elpe), der gefragt ohne Zögern zustimmt, zum unteren Landeplatz zu fliegen sorgt für Aufsehen in Iten. Er legt einen Traumstart hin und landet nach dem Flug seines Lebens sicher unter Markus Anleitung 170m unterhalb des Hotels, sein erster „Höhenflug“. Das breite Grinsen wollte den Rest des Tages nicht mehr weichen. Hinzu kommt noch die erstaunte Reaktion der Menschen am Start- und Landeplatz, die es ja nur gewohnt sind, „Musungus“ (also Weiße) fliegen zu sehen.

Mittwoch, 31.01.07

Wie jeder Tag wird natürlich auch der heutige durch das Wetter bestimmt. Wolkenverhangen und nah an der Basis, dazu noch afrika-untypisch kühl ist an Fliegen zunächst mal nicht zu denken. Schnell gefundenes Alternativprogramm: Fahrt mit „Monika“ (dem kleinen Hotelbus) und dem Pajero zum einst beliebten aber inzwischen zugewachsenen und momentan an der Wolkenbasis befindlichen Startplatzes „Charity“ und damit verbundenes freudiges Wiedersehen mit dem Eigentümer Joseph. 200m weiter befindet sich eine Schule, deren Besuch wir uns, wenn wir in der Nähe sind, in keinem Jahr nehmen lassen. Immer wieder schön, inmitten der Kinder viele, viele Hände zu schütteln und das Zusammentreffen zu genießen. Sehr freudig wurden die von Bernd und Ingeborg mitgebrachten Buntstifte und Luftballons von der Lehrerin entgegen genommen.
Um aber nicht zu sehr den Unterricht zu stören fahren wir weiter zum Südstartplatz. Die Startbedingungen scheinen zwar gut, aber das aufziehende Gewitter mahnt zur Vorsicht. Daher fällt die Entscheidung zur Weiterfahrt ins Hotel nach Kaptagat, um dort ein gemütliches „Tusker“ oder etwas zu Essen zu genießen. Das aufgezogene Gewitter führt dann zum Aufbruch. Bevor es zu Regnen beginnt, bewundern wir diverse afrikanische Schwertransporte.
Danach bekommen wir einen Eindruck davon, was nur dieses vermeintlich harmlose Gewitter an Oberflächenwasser in Bewegung setzt. Überall sind reißende Bäche und kleine Seen zu bestaunen. Die Stromversorgung in Eldoret wird jetzt schon unterbrochen. Was muß hier erst los sein, wenn’s mal richtig runter kommt? Mau Mau, das ist kein afrikanischer Stamm oder Zauber, sondern das Kartenspiel, dass die Zeit bis zum Abendessen vertreibt. Der erste Tag ganz ohne Fliegen geht unspektakulär zuende.

Donnerstag, 01.02.07

Heute beginnt der Tag mal ausnahmsweise nicht mit dem Flugwetterbericht, denn: direkt neben unserem Frühstückstisch wird jetzt schon mit den Vorbereitungen für’s Abendessen begonnen. Nicht für jeden ein Bild, welches er zum Frühstück braucht, aber so ist das nun mal in Afrika. Das Wetter beginnt zunächst so, wie der Vortag geendet hat, regnerisch und kühl, und man vertreibt sich die Zeit auf die unterschiedlichste Art und Weise.
Mau Mau schafft diesmal tatsächlich nur eine Runde, denn es klart kurz nach Mittag auf. Zuerst erregt Markus mit seinem spektakulären Start und bald folgender Landung direkt vorm Hotel Aufsehen. Auf den Geschmack gekommen geht’s dann schnell wieder zum Startplatz.
Wieder braucht es nicht lange, bis die meisten zu einem lohnenden Nachmittagsflug unterwegs sind. Wider Erwarten hält es sich sogar so lang, dass eine weitere Abendrunde ebenfalls möglich ist. Die ist vor allem durch Heidis Rückenwind-Top-Beinahe-Baumlandung aufgefallen. Und die Moral von der Geschicht: wenn’s morgens nicht geht, heißt das für nachmittags noch lange nichts....

Freitag, 02.02.07

Wie gestern schon, wollen wir auch heute mal nicht mit dem Wetter beginnen. Ein schöner Flug von Klaus am Vortag soll bebildert mal den Tag eröffnen:


Man kann nicht sagen, dass es in der Nacht geregnet hätte, eher, dass es aus Kübeln geschüttet hat, wahrscheinlich, um unseren Heimkehrern „Rudi“, Britta, Thomas, Bernd & Ingeborg den Abschied zu erleichtern. Natürlich hat das auch Auswirkungen auf die Flugbedingungen, wenn man am Hotel zunächst über der Basis, dann darin und später knapp darunter ist. Das ist gegen Mittag soweit, und der Flugbetrieb beginnt. Allerdings nur kurzzeitig, da sich in der Nähe Überentwicklungen am Himmel zeigen, die ein schnelles Landen unbedingt empfehlen.

Auch zum frühen Abend soll es sich weiter zuziehen. In der Dunkelheit sind dann einige Gewitter

in der Ferne über dem Kerio Valley zu bewundern, optisch so, als wenn dieses beieindruckende Tal laufend mit Blitzlicht fotografiert wird. Da wir nun um einige Leute reduziert sind, klingt der Abend etwas ungewohnt ruhiger aus, aber ich bin mir sicher: das gibt sich wieder...


Samstag, 03.02.07


An den Regen in der Nacht scheinen wir uns (hoffentlich nur vorübergehend) gewöhnen zu müssen, denn es kommt wieder richtig runter. Also: ausgiebiges leckeres Frühstück und sehen, wie sich’s weiter entwickelt. Einerseits lockt die Mitfahrgelegenheit mit Jean Paul Toni und Tom, wie auch Heidi, Dieter, Hanne & Olaf nach Eldoret zum Einkaufsbummel und Samosa-Essen, andrerseits lohnt es sich für Hermann, Klaus und Markus wieder zu warten, bis am Nachmittag zeitweilig gutes Fliegen möglich ist (Klaus 97km, Markus wieder abgesoffen ins Tal nach Tot)
Die Rückfahrt aus Eldoret in unserem Matatu hatte einen ganz besonderen Charme. Dieter sang zur Verwunderung der Einheimischen die Kiswahili-Musik in Phantasiesprache mit und regte eine nicht ganz ernst gemeinte Diskussion über unsere Bundeskanzlerin „Angie“ an. Selten habe ich eine solche Stimmung in einem Matatu erlebt.
Eine Überraschung der besonderen Art erwartet uns dann am frühen Abend. Ein Stacheldrahtzaun ist quer über unseren Startplatz gebaut worden, eine Folge gewisser nicht weiter zu erläuternder Nachbarschaftsprobleme, die mit einigen Handgriffen vieler Freiwilliger schnell Vergangenheit ist. Trotzdem liegt zunächst die Idee in der Luft, dass das noch Ärger geben könnte.
Egal, nach getaner Arbeit schmeckt das Abendessen und auch das schon öfters erwähnte Tusker besonders gut. Die inzwischen über’m ganzen Tal aufgezogenen Gewitter stören überhaupt nicht, sondern lassen’s eher noch gemütlicher werden.

Sonntag, 04.02.07

Jeden Morgen mal was Neues: die gestrigen Gewitter hinterlassen mächtig Bewegung in der Luft. Man könnte auch sagen: es bläst ganz schön. Daher steht Fliegen im Moment erst wieder im Hintergrund und es ist Zeit für Anderes. Das ändert sich schlagartig kurz nach Mittag. Wer europäische Verhältnisse kennt und gewohnt ist, hakt solche Bedingungen schnell für den ganzen Tag ab. Nicht so hier. Am Nachmittag sind wieder einige schöne Flüge möglich, bevor es weiter geht, wie am Vorabend. Die aufziehenden Gewitter beenden unsere Aktivitäten abrupt. Alle fliegenden Piloten finden sicher zum Boden, auch Tom mit seiner Außenlandung. „Mit Wind einlandend umgeht er einen Stacheldrahtzaun und umarmt zärtlich einen Baum“ (Originalton Dieter). Aber wie so oft: Pilot und Gerät bleiben unversehrt.
Die Zeit bis zum Abendessen lässt sich wieder prima mit Kartenspielen überbrücken. Das findet auch nur Erwähnung, weil Markus in den Genuß kommt, beim Mau Mau 12 Karten zu ziehen und das wahrscheinlich in erster Linie Bernd interessiert J (schöne Grüße nach daheim).

Montag, 05.02.07

Die Nacht zum Montag war nicht unspannend. Gewitter ab 18h, Stromausfall auf der ganzen Linie und jeder Weg zum Zimmer ein Erlebnis, weil zappenduster. Wer erinnert sich noch an die schon lang vergessene Kerzenlichtromantik?
Zum Morgen das Übliche: Ausschlafen, gut Frühstücken und darauf warten, „dass es endlich geht“. Da wir das ja schon kennen, werden wir nicht nervös und auch heute nicht enttäuscht. Trotz Wolkenbildern, die in den Alpen dringend vom Fliegen abraten, geht’s kurz nach Mittag los. Wir sind halt in Kenia. Markus im Tandem mit Hanne (Hanne, Nichtfliegerin, fliegt die meiste Zeit), Klaus und Harald sind schnell Richtung Norden unterwegs. Dann geht’s weiter mit Olaf, Heidi, Hermann und Dieter. Zum Finale treffen wir uns dann wieder in der Luft vorm Hotel um festzustellen, dass es auf einmal wieder Zeit zur Landung wird. Die Wetterentwicklung ist eigentlich den Berichten der Vortage zu entnehmen. Regen und Gewitter, aber trotzdem schöne Flüge für alle, die es wollten.
Einen Eindruck soll das gezeigt Bild von der Elefantenwaschanlage im Rift-Valley vermitteln, aufgenommen kurz vor der Flucht aus dem Vogelnest.
PS: Neuer Gruß an Bernd: heute zieht Heidi 12 Karten....
Die von Eldoret mitgebrachten Mzungu-T-Shirts sorgen für Verwunderung beim Personal des KV und lassen den Abend gewohnt kurzweilig ausklingen.

Dienstag, 06.02.07

Erst sollte hier stehen „siehe gestern“, aber die Wetterlage hat sich zumindest bezogen auf die Gewitter einigermaßen entspannt. Dafür hat der Wind deutlich aufgefrischt. Somit verläuft der Vormittag relativ unspektakulär, bevor sich kurz nach Mittag Markus mit Dieter im Tandem trotz nicht unproblematischen Windverhältnissen in die Lüfte schwingt. Diese spiegeln sich auch in der ca 1h später stattfindenden Landung wieder (gut, dass es einen Passagier als Protektor gibt)
Klaus, der mit Olafs Unterstützung einen sauberen Senkrechtstart hinlegt, macht den Nachmittag dann richtig spannend. Sicher in der Luft fliegt er erst nach Norden, danach wie immer weit in Richtung Süden. Daher ist es für ihn auch nicht möglich, die wieder aufziehenden „Waschstraßen“ vorm Hotel zu bemerken. Als er sich dann kurz vor der geplanten Umkehr über Funk meldet, ist der Rückweg durch Regen versperrt. „Parkend“ in der Luft heißt es Abwarten oder Landen. Doch das Abwarten soll sich lohnen. Nachdem die Schauer abklingen heißt es, so schnell wie möglich zurück zum Hotel, ein Kampf gegen den Wind und gegen die Zeit, denn nach dem Regen ist jetzt die Dunkelheit der größte Gegner. 19h wird es Dunkel und um 18:57h schwebt er in ruhiger Luft müde und durchgefroren über dem KV ein, bevor er dann zu aller Beruhigung nach mehr als 4,5h sicher hinterm Hotel toplandet. Glücklich und zufrieden schmeckt dann erst einmal das aufgrund dieses Superfluges von ihm spendierte Tusker an der Hotelbar.
Wie bekannt ist Kartenspielen in Kenia? Willi als Versuchskaninchen erweißt sich wie im Vorjahr als sehr talentiert. Er entlarvt nicht nur ein nicht ganz ernst gemeintes „Musterspiel“ als Korruption gegen ihn, sondern macht danach den beiden Mitspielern zur Erheiterung der „kiebitzenden“ Zuschauer locker das Leben schwer. Da er aber ein sehr freundlicher Mensch ist, hört man bei jeder 7 oder 8 immer wieder das Wort „Entschuldigung“ aus seinem Mund, nett, oder?

Mittwoch 07.02.07

Kein Regen in der Nacht, dafür hoffentlich im Verlauf des Vormittags abflauender Wind. Aber das dauert länger, als erwartet. Das verleitet zu Aktivitäten, die an die Kindheiten erinnern: Drachen bauen. Ingenieur (dem Inschenör is nix zu schwör) Klaus leistet entsprechende Vorarbeit. Die dann folgenden Flugversuche bringen dann alle auf den Plan und das Ding fliegt wirklich, bis eine Bruchlandung dem Spiel ein Ende macht.
Der blöde Wind versteckte sich, wie’s normal ist, nur bei den Drachenflugversuchen. Danach bläst er wieder recht ordentlich. Am frühen Nachmittag ist es endlich soweit: Fliegen, wie’s am Schönsten ist. Großer Wasserfall und zurück, das ist Programm von Heidi, Olaf und Markus im Tandem mit Hanne.
Die Programme der Anderen: Klaus und Harald saufen bei der Talquerung ab und landen an einer Schule. Hermann sucht sich ein lauschiges Plätzchen nahe Tambach. Den Vogel schießt mal wieder Dieter ab. Sauber eingewiesen von Markus zur Landung am Sartplatz wird der Endanflug leicht kürzer, als geplant. Busch auf, Dieter rein, Busch zu: rumpeldipumpel, weg ist der Kumpel. Gut, dass der keine Dornen hatte. Nur 10 Sekunden später taucht er vorne wie ein Freischwimmer unter dem Gejohle der üblichen zahlreichen Zuschauer wieder auf. Und wie so oft, Gerät und Pilot wieder mal unversehrt. Der dann restliche Tagesverlauf ist den an den Vortagen geschilderten sehr ähnlich. Außer: Neuzugang Friedel ist eingetroffen und Willi wird im Mau Mau immer besser und entschuldigt sich nicht mehr.

Donnerstag, 08.02.07

Für 5 von uns der vorletzte Tag. Morgen geht’s heim. Und das bei Traumkonditionen. Kein Regen in der Nacht und optimale Startbedingungen. Das gewohnt ausgedehnte Frühstück fällt daher um einiges kürzer aus und als die letzten am Startplatz sind, sind die ersten schon lang oben. Das ist der Anfang, eines nicht nur für mich (Olaf) schönsten, längsten und weitesten Flüge, sondern auch für z.B. Dieter und Hermann. Gemeinsam mit Toni, Harald, Hermann, Dieter, Klaus , Friedel, meiner Wenigkeit und Markus mit Hanne am Tandem geht’s mal wieder Richtung Süden, vorbei am kleinen Wasserfall, über die große Stromleitung zum großen Wasserfall, dann Talquerung und weiter bis nach „Charity“, über 20km entfernt.
Und zwischendurch immer wieder Thermikbärte vom Feinsten. Am Wendepunkt kurz vor der Rückkehr erlebe ich nicht meinen ersten Flug an, sondern diesmal leicht in die Basis auf 3200m Höhe. „Geil“ ist zwar nicht das Feinste, aber wohl das passendste Wort dafür. Dann ein Bart auf dem Rückweg, der schnell wieder Höhen von mehr als 3000m möglich macht. Nach für mich fast 3 Stunden mittags zurück am Hotel landen alle top, einfallend wie die Heuschrecken, die es hier aufgrund der hohen Feuchtigkeit in diesem Jahr zuhauf gibt.
Die nachmittäglichen Flugaktivitäten sind durch das Erlebte am Vormittag eher gedämpft. Es flaut deutlich ab. Toni (nach einem etwas längeren Flug:-)) und Friedel (nach einem eher kurzen Flug:-() nutzen dennoch die Gelegenheit, landen aber beide unten. Darüber hinaus mutiert Kiptoo zum Helden des „Stuff“ (der Angestellten) vom KV, als er mit Markus Tandem fliegt. Gestartet als Quasselstrippe, landet er nach 2 Steilspiralen deutlich ruhiger am Boden.

Freitag, 09.02.07

Es ist mal wieder Abreisetag. Doch bevor die Reise für Heidi, Hanne, Olaf, Herman und Klaus wieder gen Heimat geht, geht es noch einmal für alle in den kenianischen Himmel. Klaus hat es sich dabei nicht nehmen lassen, die Flugzeit bis kurz vor Abreise auszudehnen. Nach Packen der Schirme und der unwichtigen Utensilien (Klamotten, dreckige Unterwäsche, etc.) wurden die letzten Tusker geleert. Dann kam auch das Mattatu und der tränenreiche Abschied gegen 16:00 Ortszeit begann.
Nachdem die Tränen getrocknet waren (was recht schnell ging) wurde sich wieder dem Wesentlichen gewidmet: Fliegen. Toni, Friedel und Dieter besuchten dann noch nach kurzem Kampf die Nachbarn auf dem Plateau. Um in die kenianische Küche einen heimatlichen Tatsch zu bringen, hat Harald in der Küche sein Können bewiesen. Es gab typisch deutsche Waffeln und Kartoffelpfannekuchen. Naja, da fehlendes Waffeleisen nach kenianische Art.  Den Rest kennt Ihr ja, Tusker.

Samstag 10.02.07

Mit der nun kleinen und kompletten Belegschaft (sechs Piloten) ging es am Morgen Richtung Charity. Dabei ging es für Tom zum ersten mal auf große Reise. Es wurde der längste und erfahrungsreichste Flug seiner Karriere. Über 25 km unterstützt durch das „Dauerundertainment“ von Markus in der Luft. Doch alles half nicht, der Flug endete zusammen mit Dieter in den Tiefen des Rift Valley. Beide landeten sicher und hatten auch ohne Rückflug einen tollen Trip. Beide sind nach einiger Wartezeit auf ein Mattatu umgestiegen und zurückgefahren. Für Markus und Harald ging es noch weiter gen Süden. Es wurde noch ein turbulenter Weiterflug. Auf dem Rückflug sammelten wir dann noch Toni und Friedel ein, und noch bevor unsere „Tieflander“ im Hotel ankamen, waren die Rückflieger sicher am Hotel topgelandet. Nach dem Abendessen ging es auf die Rolle. Die Top-Disco Spree (nicht der Fluss in Berlin) in Eldoret wurde überfallen. Mit Unterstützung von Willy, Josef und Kiptoo wurde die Disco eingenommen und heißgetanzt. Der fürchterliche Feuchtigkeitsverlust, ausgelöst durch über hundert heißgetanzte Heizkörper, wurde durch diverse Getränke ausgeglichen. Was auch immer in den Getränken war, bleibt auf ewig ein Geheimnis. Irgendwann ging es nach Hause. Keiner kann sich an die Uhrzeit erinnern.

Sonntag 11.02.07

Um sich von den Sünden des Saturday Night Fevers rein zu waschen, ging es in die Kirche. Gleich am Eingang der Kirche wurden wir mit saarländischen Worten von Vater Patrick empfangen.
Er wies uns Sitzplätze direkt neben der hochrangigen Prominenz, die, da es ein besonderen Gottesdienst war, komplett anwesen war. Vater Patrick war viele Jahre im Saarland und hat es sich nicht nehmen lassen uns auf deutsch zur Erheiterung der über zweitausend Kirchenbesucher zu begrüßen. Kinder, Jugendliche und Erwachsene haben mit typisch kenianischen Tanzeinlagen den Gottesdienst gestaltet. Es war ein beeindruckender Gottesdienst, den wir alle nie vergessen werden.
Den Sonntagsgästen, eigens zur Besichtigung der Flieger im Kerio View angereist, wurde von Markus und Toni eine beeindruckende Flugshow präsentiert. Dabei wurden die mit Schwierigkeitsgrad +100 eingestuften Flugfiguren, synchrones aneinander Vorbeifliegen und Ohrenklappen mit angehaltenem Atem bestaunt.
Ganz nebenbei entdeckten wir an diesem Tage noch eine exklusive Hotelalternative in Iten

Montag 12.02.07

Da uns mal wieder nichts besseres einfiel, machten wir das, was wir immer tun. Wir sind geflogen. Dieter und Friedel hatten schon nach eine halben Stunde ihr Tagespensum mit Top Landung hinter dem Hotel erreicht. Markus und Harald flogen zum Fotoshooting weiter Richtung großen Wasserfall. Harald bewies als http://www.skywalk.org/ Model seine weiteren Fähigkeiten. Er flog dabei den neuen Mescal 2 von Skywalk und war sehr beeindruckt. Sein erster Kommentar als Chili Pilot: ein Top-Einsteiger für jeden, der mal Abheben will und mehr möchte. Auf dem Rückflug wurde Toni eingesammelt und alle sind am Hotel gelandet. Tom machte einen auf Lau und relaxte diesen Tag. Am späten Nachmittag verschwand Friedel nach Iten um Business Termine wahrzunehmen!?
Babsy nahm am Englischunterricht der Primary School in der Nähe des Stadions teil. Jetzt wissen wir, warum wir das Englisch der Kids echt nicht verstehen können.
Am Abend gab es dann noch mit Unterstützung von Harald Fleischbällchen in Zigeunersoße, ein neues kenianische Gericht.

Dienstag 13.02.07

Heute steht Relaxen auf der Tagesordnung. Egal ob in der Luft oder auf dem Lande. Nach einigen mehr oder weniger erfolgreichen Flügen, geht es noch nach Iten für diverse Erledigungen wie „Schoppen“, Ausländische Währung zu ungünstigen Tarifen tauschen und anderen nichtfliegerischen Tätigkeiten.
Heute trafen auch noch Tommi und ein Freund von ihm aus Rumänien ein (direkt vom Kilimandscharo) um uns einen Besuch abzustatten, da sie leider am Kili nicht fliegen konnten (wären sie doch direkt zu uns gekommen ; - ). Bei seinen ersten Flügen am Rift machte Thomy`s Freund bei einer seiner Toplandungen auch gleich Bekanntschaft mit der Telefonleitung des Hotels, welche er mit zu Boden riss.
Aber wer braucht schon Telefon in Afrika, da gibt es ja Buschtrommeln.
Abends wie schon 3 x zuvor kam der Ostwind zurück (interessant für Elmar – smile)

Mittwoch 14.02.07

Die Fliegertruppe macht sich mal wieder auf Richtung Süden zu fliegen.
Dieter fliegt bis zum großen Wasserfall. Toni und Markus machen sich weiter auf den Weg Richtung Südstartplatz.
Zwischenzeitlich kommen auch Harald und Friedel nach. Dieter, Harald und Friedel beenden diesen ausgiebigen Morgenausritt (mal rauf, mal runter) schon etwas eher mit sicherer Toplandung hinter dem Hotel.
Toni und Markus fliegen zu dieser Zeit noch bis weit hinter den Südstartplatz und erleben auf ihrem Rückflug heftige Bedingungen. Diese meistern sie wie immer mit Bravour und Können. Der logische Wasserverlust bei so einem Kampf mit den Elementen (starker Gegenwind und diverse Klapper) wurde mit bekannten Getränken wie z. B. der Hopfenkaltschale nach der Landung am Hotel wieder ausgeglichen.
Der ausklingende Abend begann schon wieder mit zurückkehrendem Ostwind.
Ach ja; heute war ja auch Valentinstag. Blumen und auch andere Schönheiten besuchten das Hotel.

Donnerstag 15.02.07

Man merkt langsam, dass sich dieser traumhafte Urlaub dem Ende zu neigt. Die Luft ist ziemlich raus, aber es reicht für einige immer noch um sich noch mal in die Lüfte zu schwingen. Dieter und Friedel haben diesmal, bei guten thermischen Bedingungen, die besseren Karten (ausnahmsweise mal nicht beim Mau Mau), da sie hinter dem Hotel Toplandung können. Markus, Harald und Tom müssen sich mit dem Plateau begnügen, was halt jedem mal passiert.
Toni fliegt an diesem Morgen gar nicht mehr, relaxt und verlässt uns nach drei tollen gemeinsamen Wochen gegen 13.00 Uhr in Richtung Heimat. Dieter ist an diesem Tag ein wenig aufgeregt (zappelig ist er ja immer - vor allem beim Start ; - ), da sein Schatz Beate in der Heimat Geburtstag hat. Er besorgt sich in Eldoret ein paar kg schöne afrikanische Stoffe als Geschenk - verdammt, das sollte doch eine Überraschung sein!
Der restliche Abend hat die üblichen Programmpunkte: zurückkehrender Ostwind, Tusker, Mau Mau und plaudern.
to be continuid............Next year!!