Kenia Tagbuch 2006

Das Fliegertagebuch unserer Keniareise Januar / Februar 2006


Tagebuch der Kenia-Reise vom 14.01.06 - 26.02.06
Tag 1 (Samstag, 14.01.06)
Mit dem Auto führte die Reise zunächst zum Frankfurter Flughafen. Nach reichlichen Sprengstoffkontrollen an unseren Flugutensilien ging es dann mit dem dadurch nur knapp erreichten Flugzeug nach London, von dort dann weiter nach Nairobi, wo die nächste Ueberraschung auf uns wartete. 3 Packsäcke fehlten, wurden aber Gott sei Dank am nächsten Tag nachgeliefert.


Tag 2 (Sonntag, 15.01.06)

Nach Abholung des fehlenden Gepäcks und erfolgreicher Organisation eines Fahrzeuges ging es direkt zum traditionellen Hähnchenessen nach Nakuru. Der dort getankte Diesel zeichnete sich durch einen unerwartet hohen Wassergehalt aus, was die weitere Fahrt nach Iten abenteuerlich verlängerte, letztendlich aber doch mit letzter Kraft zum Ziel führte.

Tag 3 (Montag, 16.01.06)

Gerade angekommen war es trotz dem nach 3monatiger Dürre endlich
gefallenen Regen doch möglich die ersten schönen Flüge zu absolvieren und bereits verblassende Erinnerungen wieder aufzufrischen. Hermanns erster Flug in Kenia und gleich dem “Geier” die Beute abgejagt, denn der hatte sie ihm unerklärlicher Weise direkt ins Gesicht geworfen. Allerdings hatte er alle Bäume stehen gelassen.

Tag 4 (Dienstag, 17.01.06)

Nach ziemlich auffrischendem Wind wurde ein weiterer Startplatz unterhalb der Kante mit moderateren Windverhältnissen aufgetan. Markus & Markus sorgten wie immer für ziemliche Aufruhr bei ihrer Landung, mit der mal wieder für viele Kinder schulfrei war .


Das anschliessende Samosa-Essen schmeckte speziell den Kenia-Neulingen besonders gut.

Tag 5 (Mittwoch, 18.01.06)

Heute kachelte es. Der zunächst flugfreie Tag wurde zur ersten Erkundung per Pedes des Ortes Iten genutzt. Hier konnten die, die es noch nicht kannten, das einheimische Leben erkunden und mal hinter die Kulissen des afrikanischen Lebens schauen . Als am Nachmittag der Wind dann abflaute, konnte doch noch geflogen werden.


Tag 6 (Donnerstag, 19.01.06)

Der Wind beruhigte sich nur langsam. Fliegen war deshalb für nachmittags vorgesehen. Vormittags sorgte eine Wanderung entlang der Kante vom Stadion bis zum kleinen Wasserfall für Abwechslung. Der Zufall wollte es, dass wir 2 einheimische Marathonläufer trafen, die sich durch ihre Ortskenntnisse als hervorragende Guides durch das teilweise unwegsame Gelände erwiesen. Die interessante Kletterpartie entlang des Verlaufs des Wasserfalls war auch für schon “Kenia-Erfahrene” ein besonderes Erlebnis. Der Rückweg vom dann erreichten Landeplatz zurück zum Hotel bewies, dass unsere Flugkante auch zu Fuss erklommen werden konnte. Wie geplant ging es dann am Nachmittag wieder in die Luft.

Tag 7 (Freitag 20.01.2006)

Endlich, phantastische Flugverhältnisse liessen das Frühstück unwichtig werden und die Ungeduld trieb uns zum Startplatz. Ohne Probleme waren locker wieder Flugzeiten von 1 Stunde und mehr dirket am Hotel möglich, ausser für Klaus. Starten war immer noch nicht so sein Ding. Aber nach etlichen Versuchen klappte es dann, bevor er beim Wasserfall absoff(JDer Autor). Auch Thomas kam mit seiner eigenwilligen Starttechnik erst verzögert in die Luft, konnte dann aber später toplanden. Olaf feierte heute nach seiner ersten Toplandung am Montag nach 1stündigem Flug sein Wiedersehen mit der einheimischen Bevölkerung am Landeplatz unterm Hotel. Alles in allem schließlich ein ganz normaler Tag in Kenia.


Tag 8 (Samstag, 21.01.06)

Wir sind alle in der Wolke, allerdings ohne Gleitschirm, denn in der Nacht hat es sich zugezogen und es regnet. Der geeignete Zeitpunkt, um sich mal wieder richtig auszuschlafen oder sich mit technischen Geräten zu beschäftigen. Die Hoffnung lag auf dem Nachmittag, mündete aber schließlich in ausgiebigem Kartenspiel. Nach dem Abendessen ging es dann nach Eldoret in die Disco.


Tag 9 (Sonntag, 22.01.06)

Die Wolken haben sich endlich verzogen und die Sonne ist zurück. Allerdings ist der Wind wieder recht stark, trotzdem tut es gut, die Sonne und den phantastischen Ausblick in das Kerio Valley zu geniessen und den fehlenden Schlaf nachzuholen. Der späte Nachmittag brachte dann die ersehnten Startbedingungen. In kurzer Zeit waren alle in der Luft und auf Strecke an der Kante entlang bis kurz vorm grossen Wasserfall. Am Abend drehten sich die Gespräche dann ausgiebig nur um dieses Thema.

Tag 10 (Montag, 23.01.06)


Hurra - Fliegen. Olaf startet als erster und erreicht für ihn zum ersten Mal die Wolkenbasis auf ca 3850m. In der Zwischenzeit sind alle gestartet und geniessen ausgiebig die guten Flugbedingen, die sowohl zum Thermikfliegen am Hotel (rauf ging‘s eigentlich überall), als auch zum Streckenflug entlang der Kante Richtung Süden geeignet waren. Ein Highlight des Tages war ein geflogenes FAI-Dreieck, zwar klein, aber fein http://www2.onlinecontest.org/holc/2006/dailyscore.php?olc=holc-i&spr=de&ein_name=22977&dclp=aa1b4674b5ea1047a5c4098858540cd7
Gegen Abend ging’s dann bei herrlichsten Soaring-Bedingungen zu einem zweiten Flug an die Kante, bevor der Tag dann bei “Lecker-Essen”, gemütlichem Bierchen und Kaminfeuer-Stimmung zu Ende ging.

Tag 11 (Dienstag, 24.01.06)

Da Fliegen wegen Windes nicht möglich, treibt uns dieser zum Bummeln nach Eldoret. Abenteuerlich und interessant für einen Musungu (einen Weissen) sich hier unter der ausschließlich schwarzen Bevölkerung zu bewegen, dem Treiben eines ganz normalen Tages zu zu sehen und sich mal wieder den leckeren Samosas zu widmen.

Tag 12 (Mittwoch, 25.01.06)

Was will man mehr? Strahlenden Sonnenschein Thermikwolken und Temperaturen, bei denen man es wirklich aushalten kann - als Tourist. Als Pilot wär’s nicht schlecht, wenn dann der Wind nicht so stark wäre.
Während Olaf und Markus versuchen, den Wasserfall an der Kante des Plateaus zu Fuss zu erreichen, werden einige von uns also heute zu Touristen und machen eine Tour zum sehenswerten Lake Baringo. Hippos und Krokodile konnte man hier vom Boot aus mal aus der Nähe betrachten. Bewundernswert war dann der Mut des Bootfahrers, der, als sich ein Krokodil näherte, das Boot verliess, um es mit Muskelkraft im Wasser stehend wieder in Gang zu bringen, für ihn aber wohl nichts Besonderes.


Tag 13 (Donnerstag, 26.01.06)

Der Morgen und die relativ ruhige Nacht machen weiter Hoffnung, aber die ist trügerisch, wie der Tagesverlauf dann zeigen wird. Statt dass die beinahe ruhigen Verhältnisse am Morgen sich weiter abschwächen, frischt es wieder auf und man sucht sich unterschiedliche Alternativen. Lobenswert machte sich Klaus daran, die Dornen am Rand des Startplatzes zu entfernen, mit denen er schon öfter Bekanntschaft gemacht hatte. Man könnte das auch weitsichtige Startvorbereitung nennen. Am späten Nachmittag haute sich Schappi dann trotz Wind mit 30km/h unter tatkräftiger Mithilfe von Markus mit seinem neuen FreeForce von U-Turn in die Luft, wo er mit seinem Schirm sehr zufrieden war.

Tag 14 (Freitag, 27.01.06)

Wieder mal ein für hiesige Verhältnisse ziemlich starker Wind. Warum also nicht doch mal ein anderer, tiefer gelegener Startplatz in Richtung Norden, der aus der Vergangenheit nicht unbekannt war?

Hier sollten wir noch manche Überraschung erleben. Vielleicht stand sie auch schon jemanden ins Gesicht geschrieben. Die erste war dann die überaus freundliche und herzliche Begrüssung am Startplatz.

Obwohl dieser gewisse Unzulänglichkeiten aufwiess konnten alle “Start-Willigen” fast problemlos starten

Nachdem alle in der Luft waren wurd’s richtig spannend. Kurze Zeit nach dem Start riss Hermann zum ersten Mal einseitig die Strömung ab, was Dank seines Schirmes nur Sekunden dauerte. Nach 2 Atemzügen und einem weiteren Versuch, in die Thermik einzusteigen, gelang ihm dies ein zweites Mal, allerdings zur Steigerung mit einfachem Eintwisten. Da er vom Startplatz nicht mehr zu sehen war, war die Empfehlung, an die Rettung zu denken, nicht von der Hand zu weisen. Doch dann ging’s ohne Rettung weiter. Kurz vorm dritten Strömungsabriss (Negativflug) sahen wir Hermann auch mal kurz im Normalflug. Damit nicht genug folgte auch noch der 4. Versuch, den Schirm endgültig zu zerstören. Gott sei Dank gelang ihm auch dies nicht.

Als er sich dann entschied, aus unserem Sichtfeld zu verschwinden landete er nach einem ansonsten problemlosen Weiterflug sicher an einer Schule, wohin im Markus dann später folgte. Natürlich folgte dem Geschehenen am späten Nachmittag eine ausführliche Nachbesprechung, bevor es zu allgemeinen Tagesordnung zurück ging. Der Gesprächsstoff im Kerio View ging an diesem Abend auf jeden Fall nicht aus

Tag 15 (Samstag, 28.01.06)

Der vorabendliche Besuch der Disco in Eldoret führte trotz hervorragenden Flugbedingungen zu ziemlich nachlassendem Ergeiz, sich in die Lüfte zu begeben, auch, wenn’s dem ein oder anderen gut getan hätte. Trotzdem fanden schöne Flüge statt, bevor Klaus einen “Spaziergang” aus Norden kommend gegen seinen Willen geniessen durfte. Ansonsten gab es keine besonderen Vorkommnisse, obwohl auch Hermann gestartet war!


Tag 16 (Sonntag, 29.01.06)

Traumwetter, keinen Kater. Das gemeinsame Frühstück verführt zum Plan, mit allen die Strecke nach “Charity” zu fliegen. Gegen 10:30h sind alle am Startplatz, wo einer nach dem anderen abhebt, eine Art Sonntagsausflug. (An dieser Stelle grüssen wir Paul und Thomas, die inzwischen hoffentlich problemlos ihren Flieger nach hause erreicht haben) Wie an der Schnur ging’s dann auf die 20km lange Strecke. Am geplanten Wendepunkt ließen es sich Olaf und Markus nicht nehmen, die Bewohner des unteren Landeplatzes nach 2 Wochen endlich zum ersten mal wieder zu sehen. Hermann landete sicher kurz nach der Wende am Zwischenplateau, welches für ihn zu einem langen Aufstieg zurück an die Kante führte, wo wie vom Himmel geschickt, schon ein Matatu auf ihn wartete. Markus und Olaf fanden schnell eine private Mitfahrgelegenheit zurück zum Hotel. Der Rest, Klaus, Toni und Chappi flogen “sucessfully” zurück zum Hotel, wo dann für alle das Tusker schon kalt gestellt war.

Tag 17 (Montag, 30.01.06)

Das Wetter hat sich normalisiert. Endlich ist es so, wir einige von uns es kennen und lieben. Fliegen, wenn man gerade Lust dazu hat. Kurz, an der Kante vorm Hotel, oder auf der “Jagd” nach neuen Streckenflügen. Selbst, wenn das Material bei manchmal abenteuerlichen Transporten Schaden nimmt, gibt es in Iten günstige Alternativen, diese beheben zu lassen. Flicken von Olafs Gurtzeug und Packsack kostete weniger als 1 EUR.
Die Anderen waren teilweise schon wieder in der Luft, erlebten Streckenflüge mit unplanmässiger Landung, wenn der Schirm z. B über eine Akazie gelegt wurde (Klaus).

Tag 18 (Dienstag, 31.01.06)

Ein weiterer Tag, so wie man ihn sich als Gleitschirmflieger wünscht. (An dieser Stelle senden wir nochmals ganz herzliche Grüsse an Thomas und Paul) Nach dem gewohnt herzhaften und mit afrikanischen Früchten versüssten Frühstück - man muss sie mal hier genossen haben, um sie mit daheim vergleichen zu können - ging’s oh Wunder ans Fliegen. Nachdem Dummy Olaf, danach Hermann und Toni ganz schnell unterm Hotel abgesoffen waren, erwischten Klaus und Chappi die Phase, die sie auf eine 2,5stündige Strecke führte. Der Rückflug artete fast in ein Wettrennen aus, welches man durchaus auch als Hetzjagd bezeichnen könnte. Der Gewinner wird hier mal nicht verraten. (s. OLC) Die Belohnung gab’s in Form von Punkten.

Tag 19 (Mittwoch, 1.02.06)

Der Wind verbläst uns in alle Richtungen, z.B. mal wieder nach Eldoret. Am Nachmittag starten Hermann, Toni, Klaus und Markus zu einem traumhaften abendlichen Streckenflug und kehren erst bei einsetzender Dunkelheit zurück. Nachdem Toni doch noch kurz vorm Hotel aus unerklärlichen Gründen absoff, landeten Hermann und Klaus sicher am Hotel. Nicht so sicher war Markus Landung. Die hierdurch verursachte zunächst harmlos wirkende Beeinträchtigung seines Beines sorgte noch für einige Aufregung. Trotzdem er relativ problemlos seinen Schirm zum Hotel schaffen konnte und das Tusker auch noch schmeckte, machten ihm zunehmende Schmerzen zu schaffen.

Gegen 23Uhr konnte man ihn von seinem Zimmer bis an die Bar hören (Uebertreibung macht anschaulich). Also wurde Willi aktiviert und es ging mit Freundin Ann und Olaf als Dolmetscher ins Krankenhaus zum Röntgen. Hier konnte ein Knochenbruch glücklicherweise ausgeschlossen werden. Das afrikanische Arbeitstempo machte eine Rückkehr ins Hotel aber erst um 3:30Uhr möglich.

Tag 20 (Donnerstag, 2.02.06)

An das Wetter haben wir uns mittlerweile gewöhnt, Sonne satt. Allerdings sorgt die sich immer noch um die eigene Achse drehende Mondsichel für regen Gesprächsstoff. Und der Wind ist wieder einmal der Meinung, dass nur Schappi fliegen sollte. Der Rest ist bis zum Abend mit Parawaiting beschäftigt. Als einzigen lässt dies Markus kalt, der durch sein “Bein-Problem” noch nicht wirklich ans Fliegen denkt.


Tag 21(Freitag, 3.02.06)

Wind, Wind, Wind… Wir mieten einen Minibus (Matatu) und machen uns für die “Kenia-Neulinge” zum ersten mal auf nach mehr als 2 Wochen auf den Weg zum “Charity-Startplatz”(Anmerkung für Klaus: Matatus fliegen nicht!). Wie zu erwarten sind auch hier die Bedingungen nicht startbar. Also begannen wir wieder ein Alternativprogramm: Besuch zweier Schulen, Besichtigung Charity-Toplandeplatz (So mancher fragte nach Heidi, Simone, Elmar…), Südstartplatz, Abfahrt zum Sego-Club mit integriertem Tusker baridi sana, und dann nachmittags eiliger Rückfahrt zum Kerio View Hotel, da plötzlich startbare Verhältnisse schienen. Unser heissgelaufenes Matatu verhinderte allerdings ein schnelles Vorankommen. Nach Erreichen des Startplatzes und kurzem Check der Verhältnisse wurden schnell die Schirme rangeschleppt. Doch der Schein trog. Die harten Startverhältnisse hielten Olaf nicht von seinen Startvorbereitungen ab. Nach langem Warten auf eine einigermassen zu bewältigende Startphase ging’s bei ca 30er Wind für ihn senkrecht nach oben, bevor er kurz vor Eintritt der Dunkelheit sicher am Landeplatz landete.

Tag 22 (Samstag, 4.02.06)

Heute ist der Abreisetag von Hermann, Klaus und Olaf. Da Olaf im Wesentlichen mitverantwortlich für diese Berichte war, ist die Weiterführung erst mal ungewiss. (Mal gespannt, wer’s weiter macht, Olaf)
Kurz nach der Abreise der drei haben wir uns in Richtung Startplatz begeben. Nach dem Start von Schappi der die 4000m kurze Zeit später erreichte, versuchten wir die abreisenden über Funk in Eldoret zu erreichen um Ihnen einen schönen Rückflug zu wünschen.


Tag 23 (Sontag, 5.02.06)

Das Wetter sieht gut aus, war ja auch nicht anders zu erwarten da mal wieder ein paar Leute abgereist sind (schöne Grüße). Am frühen Vormittag begab Schappi sich dann zur Krugerfarm, um dort zwei Leute des African Safari Club vom Flugplatz abzuholen. Nach kurzer Begrüßung ging es dann auf direktem Weg in die Luft. Der Flug endete dann für alle, als nach einiger Zeit eine schwache Phase einsetzte. Gemeinsam machten wir dann eine Pause bevor wir dann zu einem zweiten Versuch starteten. Auch Hans-Peter und Stefan flogen diesmal bei traumhaften Bedingungen. Markus und Schappi gingen auf eine kurze Strecke. Da es schon relativ spät war, musten sie leider nach 22 km umdrehen um das Hotel noch vor der Dunkelheit zu erreichen. Der Rückflug stellte sich dann aber leichter als erwartet da. Mitten über dem Plateau ging es in der Umkehrthermik mit über 3000m im Geradeausflug zum Startplatz zurück. Den Verlauf des Abends müssen wir nicht mehr beschreiben.


Tag 24 (Montag, 6.02.06)

Fliegen, oder noch auf bessere Bedingungen warten? Einen von uns hielt es nicht am Boden und er testete schon mal die Bedingungen (siehe Photo!).

Die Höhenströmung war sehr stark aber es ging hoch.  Der Nachmittag versprach dann Traumbedingungen. Wir starteten nun alle zu unserem Flug und das Warten hatte sich gelohnt. Stefan erkundete die Kante Richtung Süden während sich Toni, Hans-Peter und Markus eher in Hotelnähe rum trieben. Das Ziel an diesem Tag war klar. Die Wolkenbasis. Schappi schätzte Sie auf über 5000 mNN und da es hier unten ja sooo warm ist, machte er sich auch gleich daran sein Ziel zu erreichen. Selber schuld wenn man unbedingt frieren will (was er dann auch tat). Mit Einbruch der Dämmerung landeten dann alle wieder neben dem Hotel, wo dann der gemütliche Teil des Tages beginnen sollte. Was nicht heißen soll das der Rest nicht schön war, sondern es war “SAU GEIL“ wie man im OLC(Flug 1) sehen kann. Oder besser der hier(Flug 2 mit 5117mNN).

Tag 25 (Dienstag, 7.02.06)

Ein Tag wie der Andere. Nicht das Ihr mein, dass uns langweilig wäre. Wir (Markus & Schappi) begannen den Tag sehr früh da unsere Gruppe momentan sehr klein ist. Markus nutzt diese Zeit um mit Jean-Paul und drei weiteren Leuten in die Masai Mara zu fahren. Wir, der “Rest der Gang” verbummelten dann den Vormittag um dann am Nachmittag bei Blauthermik gemeinsam auf Strecke zu gehen. Schon nach ein paar Kilometern mussten Toni und Schappi die Flucht über das lange Plateau nach vorne antreten, was die richtige Entscheidung war, da beide kurze Zeit später wieder oben waren. Nur waren sie nun beide in verschiedenen Richtungen unterwegs. Schappi und Stefan drehten dann erneut um, um das verlorene Schaf (Toni) zu suchen. Leider musste Hans-Peter mit dem Matatu die Rückreise antreten, was ihm aber nichts ausmachte da sehr zügig unterwegs war. Wieder zusammen im Hotel wurde dann schnell der gemütliche Teil begonnen ihr wisst schon……..


Tag 26 (Mitwoch, 8.02.06)

Der Morgen sieht sehr viel versprechend aus. Jetzt schon zeigen sich vereinzelnt Wolken an der mittleren Verwerfung. Wir beginnen den Tag gemütlich, so wie die letzten 24 Tage auch schon. Nach schönen Flügen am Vormittag ging es dann am Nachmittag auf Streckenjagt.  Auch eine ca. 30 Km Talquerung Richtung Kabarnet war dabei. Die Landungen erfolgten dann alle wieder sicher am Hotel,  auch wenn Einer erst so spät eintraf das er das Licht eines Autos am Landeplatz brauchte. Am Abend feierten wir dann in den 50. Geburtstag von Hans-Peter rein.


Tag 27 (Donnerstag, 9.02.06)

Der Wind war uns heute nicht wohl gesonnen. Stefan und Hans-Peter flog trotzdem, allerdings mit ihrem Flugzeug von der Krugerfarm nach Mombasa. Markus kehrt unversehrt und ohne Löwenangriffe aus der Masai Mara zurück, seinem Bein scheint es wieder sehr gut zu gehen.


Tag 28 (Freitag, 10.02.06)

Nach einem Tag ohne Fliegen, was niemandem von uns was ausgemacht hat, ging es dann heute wieder in die Luft. Nachmittags reisten Conny und Winfried an. Die Reisestrapazen hielten Winfried aber nicht davon ab sich dann auch sofort in die Luft zu schwingen und einen kleinen Steckenflug hin zu zauber. Leider musste Conny am Boden bleiden, da die Beiden sich eine Ausrüstung teilen ( und das hier !!).


Tag 29 (Samstag, 11.02.06)


Der Himmel ist heute sehr Blau. Wir machen uns also auf den Weg zum Startplatz. Die Bedingungen waren ohne Wolken etwas sportlicher als gewohnt. Für Toni ging es nach einigen unruhigen Flugmanövern im Geradeausflug bis auf 3600m. Nach eine kleinen Bedenkpause begaben wir uns dann wieder zum Start wo schon zwei Schulbusse voll mit Kindern auf uns warteten. Toni, Markus und Schappi machten sich also Startklar und Toni fabrizierte einen bis dahin noch nicht gesehenen Bilderbuchstart. Die Bedingungen waren so fantastisch das wir bis in die Dämmerung hinein flogen. Bei diesen mehr als optimalen Bedingungen schaffte Schappi es endlich direkt in der Hotelanlage zu Landen (nicht zum Nachahmen empfohlen, aber derWeg zur Theke ist schön kurz), wo Josef schon mit einem Taska Baridi wartete.

Tag 30 (Sonntag, 12.02.06)

Die Bedingungen sind perfekt, Conni und Winfried sind schon um 7 Uhr am Hotel, damit Conni ihren ersten Flug bei ruhigen Verhältnissen machen kann. Nach 20 Minuten landete sie dann am unteren Landeplatz glücklich und zufrieden. Nun ging es erstmal zum Frühstück um uns für einen Flug nach Süden zu stärken. Wir hebten also gemeinsam ab, das heißt Toni, Markus und Schappi. In der Mittagszeit so ungefähr bei Matungen entschloss sich Markus umzukehren dem sich Toni anschoss. Schappi wollte weiter Fliegen was aber dann ein schnelles Ende fand, da Markus Notlanden musste und es sich nicht gut anhörte. Die Funkverbindung war leider so schlecht das wir nicht wussten wo er abgeblieben war.
Nach der Landung am Hotel heiß es dann für Toni und Schappi abwarten da wir keinerlei Verbindung zu ihn hatten. Es dauerte aber nicht lange und er war wieder da. Leider klagte er über Schmerzen in der Wirbelsäule da die Landung nicht gerade sehr sanft war. Doch es sah wohl schlimmer aus als es war. Das war jetzt schon die Zweite Verletzung von Markus, während alle "Flugschüler und Gäste" mit die tollsten Flüge ihrer Fliegerlaufbahn erlebten. Na ja, was ein echter Fluglehrer ist der hält alles Übel von seinen Leuten fern und nimmt es selber auf sich.
So weit so gut, es sind wieder Bedingungen für Conni. Nach ihrem Start ging Schappi dann gleich danach raus um mit ihr die Kante für ein paar Kilometer zu erfliegen. Zurück am Startplatz landeten dann Beide am Hotel Toplandeplatz. Dann ging es auch nochmals für Winfried in die Luft. Auch er hatte noch zur später Stunde eine schönen Flug. Nun ging es zu einem Plausch an die Hotelbar, natürlich nicht ohne unser geliebtes…… Abendessen!!!!!

Tag 31 (Montag, 13.02.06)

Wie soll es anders sein - es geht mal wieder zum Fliegen, also was machen? Ab in die Luft. Winfried und Toni griffen die “Gelegenheit” bei Schopfe und starten zu einen wunderschönen Flug, der für Winfried (Conni) der letzte sein sollte da sie ja nur auf einen kurzen Besuch bei uns waren. Markus laboriert noch immer mit seinem Rücken und Schappi hatte keine Lust (was ungefähr so selten vorkommt wie Schnee im Rift Valley!).
Hallo Klaus wir haben dann am Abend deine Startplatzpflege weiter betrieben.
So sieht unser Toni nach einem schönen Flug aus.

Tag 32 (Dienstag, 14.02.06)

Das Wetter ist mal wieder gut. Doch Toni hat seinen Schirm schon gut verpackt um in Richtung Deutschland zurückzureisen. Wir nutzen den Tag also zum Relaxen bis zu Tonis Abreise. Nun waren wir(Markus und Schappi) ganz allein und warteten auf Daniel, der auch nicht lange auf sich warten lies. Obwohl es eigentlich den ganzen Tag gegangen wäre habe wir vorgezogen auch den Nachmittag, jetzt zu Dritt, zu "verplaudern". Dann ging es früh ins Bett. Hakuna Matata (Genieße den Augenblick).

Tag 33 (Mittwoch, 15.02.06)

Nach einem gewohnt guten Frühstück machte sich unser Neuling auf den Weg zum ersten mal kenianische Luft zu schnuppernt. Nach ein paar Runden am und um das Hotel ging es nach einer Zwischentoplandung dann auf die ersten Kilometeter entlang der Kante. Der Nachmittag stand im Zeichen der Wolkenbasis. Das Ziel war also klar und so machten sich Schappi und Daniel auf um Es zu erreichen. Nach Erfüllung der Aufgabe wurde dann wieder am Hotel gelandet um einem der selteten Regengüsse um diese Jahreszeit zu entgehen.  Was uns Flieger groundet wurde von der ansässigen Befölkerung mit großem Jubel erwartet, denn wenn die hier Trockenzeit sagen, dann meinen die auch TROCKENzeit.

Tag 34 (Donnerstag, 16.02.06)

Der Blick aus etwa 3500m Gnd!!
Den Morgen kennt man ja nun zugenüge, deshalb fangen wir direkt bei der ersten Keniastrecke von Daniel an. Nach dem Start am späten Vormittag ging es, in Begleitung von Schappi, dann in Richtung Süden, wo sie nach 35 Km umkehrten. Nach vierstündiger Flugzeit und einem Besuch am Lake Kamnarok landeten  dann Beide wieder am Hotel. Am Nachmittag stießen dann Alexandra, Arndt und Toni (ein Anderer!) zu uns. Nach ihrer Safari durch die Masai MAra waren wir nun wieder eine etwas größere Truppe.

Tag 35 (Freitag, 17.02.06)

Wir begannen den Tag heute sehr früh, damit sich Arndt und Toni unter ruhigen Soaringbedingungen die Kante in Ruhe anschauen konnten. Alexandra fährt das Programm einer klassischen "FliegerFrau". Sie begleitet ihren Mann Arndt und fotografiert und betreut. So bleibt halt keine Zeit um selber zu fliegen. Arndt trieb der Hunger schnell wieder zum Top­landeplatz. Von Toni kann man dieses nicht behaupten, denn er machte sich gleich zum Wasserfall auf. Nach einigen Stunden kehrte er dann wieder zum Hotel zurück wo er dann auch wieder sicher gelandet ist….. Nach einer gemeinsamen Mittagspause starteten dann alle zu einem erneuten Flug. Die einen turnten am Hotel herum die anderen flogen kleine Strecken um die Kante "lesen zu lernen".

Tag 36 (Samstag, 18.02.06

)
Diesen Tag wollte dann nicht so früh beginnen wie den Vortag und so gönnten wir uns natürlich dann auch das vorzügliche Frühstück. Wie nicht anders zu erwarten war wollten dann aber alle "up in the Sky". Einer nach dem Anderen startete und es ging ab Richtung Süden.  Ab unserem Wasserfall ging es dann für Toni und Daniel zurück Richtung Hotel. Arndt und Schappi flogen weiter Richtung Südstartplatz um dann dort erst umzukehren. Arndt mussten wir nach dem Flug das Grinsen aus dem Gesicht prügeln. Leider reichte es nicht ganz für 100 OLC Punkten - es waren nur 99,75! Nach der Landung erkundigte sich Schappi bei Markus wo denn der Toni abgeblieben wäre. Er sei vorm Hotel ins Rift verschwunden und schon lange nicht mehr zu sehen. Unsere anfängliche Sorge legte sich nach einigen Funkfetzten und nach langen 3,5 Stunden tauchte er dann wieder, hoch über dem Lake Kamnarok, auf und kam dann ganz langsam zur Landung zum Hotel zurückgeflogen. What a day.....

Tag 37(Sonntag, 19.02.06)

Wind aus Osten und die Wolken sehen gut aus. Was macht man also nach dem Frühstück!!! “Fliegen” Auf dem Startplatz angekommen wird kurze Hand entschlossen heute mal Richtung Norden zu fliegen. Etwas später sind dann auch alle in der Luft. Der Talsprung über Iten gelingt Allen ohne Probleme und so geht es dann weiter nach Norden. Irgendwie  fehlt heute aber der Elan für eine "Grosse Strecke" und so wurde nach 10 oder 20 Kilometern umgedreht, obwohl man die 65 km nach Tot und zurück hätte heute bestimmt fliegen könnte. Auf Höhe des Landeplatzes neben dem Hotel entschließen wir uns dann doch den Flug noch einmal  kurz ca. 10 Km nach Süden auszudehnen, kehren dann mit Rückenwind aber wieder zurück. So wurde dann auch dieser Tag fliegerisch abgeschlossen. Am Abend fällt dann Regen, was für uns auf nichts Gutes schliessen lässt.

Tag 38-39 (Montag, 20.02.06 - Dienstag, 21.02.06)

So ist es dann auch! Am Montag findet kein Flug statt, da wir zu spät dran sind - wenn es überhaupt eine Möglichkeit gab. Wir vertreiben uns den Tag also mit anderen Dingen, was hier ja kein Problem ist. Der Dienstag verspricht für den Vormittag nicht viel mehr, also - auf den Nachmittag  warten. Die Wolken werden langsamer aber leider auch dunkler. Vor allen Die über unserem Hotel. Und dann regnet es los mit wunderbaren großen, nie zuvor gesehenen, Tropfen. Für das Hotel aber nicht schlecht, da die normale Wasserversorgung zusammengebrochen ist und die Tanks im Hotel auch nicht ewig voll sind. Kurze Zeit später machen wir uns dann auf zum Startplatz da der Wind wie abgestellt ist (was hier nicht normal ist). Dies hält drei Berufsoptimisten aber nicht davon ab trotzdem einen Versuch zu starten. Kurze Zeit später stehen wir dann wie erwartet unten. Alles hat aber seine gute Seite. In diesem Falle eine Matatufahrt die wir so schnell nicht vergessen werden.

Tag 40 (Mittwoch, 22.02.06)

Ein ganz normaler Morgen mit einem wunderschönen Sonnenaufgang. Alle gehen so ihren üblichen Weg (Spazieren, Frühstück und relaxen). Der kurze Gang zum Startplatz verführt dann doch wieder alle zum Fliegen. Es geht heute in alle Richtungen so wie es jedem passt. Der Versuch nach Tot zu fliegen schlug nach 20 Kilometern fehl, da eine Zwischenlandung und ein erneuter Start erforderlich war. Trotz allen nicht geplanten Ereignissen hatten wir alle schöne Flüge. Im laufe des Tages wurden dann noch ein paar Starts gemacht. Alles in allem ein Tag ohne große Highlights. Es fällt fast schon schwer nach allem was bisher passiert ist für einen tollen Flugtag noch Worte zu finden.

Tag 41 (Donnerstag, 22.02.06)

Heute hatten wir eine Einladung von einer amerikanischen Gehörlosenlehrerin. Die Kinder sehen an jedem fliegbaren Tag die Gleitschirme über ihre Schule hinweg fliegen und haben ihre Lehrerin gefragt wie das denn so funktioniert.  So haben wir zu dritt nach unserem Morgenflug um 11 Uhr noch mal kräftig aufgedreht und sind dann nach Iten zur Schule geflogen. Bei der Landung haben uns hunderte von begeisterten Kindern verschiedener Schulen begrüßt.
Kurze Zeit später begaben wir uns vom Sportplatz in die Gehörlosenschule mit ca. 50 Kindern. Leah die Lehrerin übersetzte unsere Erklärungen in die Gebärden­sprache und Schappi demon­strierte wie man einen Schirm auslegt und startet. Um den Kindern das Gefühl vom Fliegen näher zu vermitteln, hingen wir ein Gurtzeug auf und ein paar von den mutigen Kinder haben sich dann auch hineingesetzt. Nach ca. 1 Stunde ging es für die Kinder wieder in die Klassenräume und wir wurden von unserm Willi wieder ins Hotel gefahren.


Tag 42 (Freitag, 22.02.06)

Nachdem es in den frühen Morgenstunden geregnet hatte, beginnt der Tag mit einem leichten Westwind (nur für Elmar). Wir warten also auf die gewaltige Kraft der Sonne die uns dann etwas später unter die Wolken beamt . Die Bedingungen sind allerdings recht sportlich, sodass wir nach 15 km lieber wieder umdrehten. Es bildeten sich hohe Wolkentürme, die sich dann aber erst am Abend ausregneten. Wir vier genießen die Aussicht vom Hotel auf einen Regenbogen bei einem kühlen Tusker. Später nach dem Abendessen werden wir dann nach Eldoret fahren um unseren Keniaaufenthalt mit Musik und Tanz abzuschließen.
Wir werden diesen Ort mit schwerem Herzen verlassen und im nächsten Jahr mit Sicherheit wieder hier her zurückkehren.
Ende
Die Autoren : Olaf Feldmann /Markus Schapler